Comic-Abend bei SchLaU...

Beim Thema schwule und lesbische Comics fällt einem in Deutschland sofort ein Name ein: Ralf König, der mit seinen Knollennasen-Zeichnungen auch jenseits der Community- und Landesgrenzen hinaus bekannt geworden ist. Bereits mehrere seiner Bücher sind in Deutschland und auch in Spanien (Lisystrata) verfilmt worden, wenngleich mit gemischtem Erfolg. Uns so war auch klar, daß der Themenabend bei SchLaU mit Ausschnitten aus den Geschichten Ralf Königs begonnen wurde.

Den größten Teil des Abends nahm dann allerdings ein interessantes Gespräch mit einer aus Dresden stammenden, freischaffenden Comiczeichnerin ein, die einen Einblick in ihr Schaffen gab. Neben den "technischen" Fragen über den persönlichen Weg zum Comiczeichner oder über den Entstehungsprozeß einer Zeichnung ging vor allem darum, aus welcher Perspektive die Geschichten erzählt und für wen sie geschrieben werden. Die Künstlerin selbst sieht sich nicht als eine "community-fixierte" Zeichnerin, obwohl ein beträchtlicher Teil ihrer Werke lesbische, schwule und Transgender-Themen zum Inhalt hat. Dabei im unvermeidbaren Umgang mit Klischees äußerste Sorgfalt walten zu lassen, hält sie für eine der größten Herausforderungen. Indem sie klischeekonforme Merkmale mit atypischen Einsprengseln bricht, versucht sie, diese schwierige Gratwanderung zu meistern. Neben Ralf König gibt es natürlich auch noch viele weitere Zeichner und –zeichnerinnen, die Comic mit queeren Themen und Personen. Die Vielfalt reicht hier von Alltagsgeschichten (wie zum Beispiel bei Adam & Andy) bis hin zu gezeichneter Pornografie.

Das Internet bietet hier unbegrenzt Möglichkeiten an, in die Welt schwuler und lesbischer Comics einzutauchen. Bei google.de einfach einmal die Suchbegriffe "gay" und "comic" eingeben und lossurfen. Oder einfach bei der Leipziger Buchmesse 2003 die Augen offenhalten...

GP

König & Co.