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Sa., 19.04., 22.40 Uhr, ARD
Spielfilm
Aimée & Jaguar
(D 1998, R.: Max Färberböck, D.: Maria Schrader, Juliane Köhler, Heike Makatsch, Elisabeth Degen, Detlev Buck u.a.) Berlin 1943: Lilly, verheiratet mit einem Nazi-Offizier, und die Jüdin Felice verlieben sich heftig ineinander. Felice arbeitet zur Tarnung bei der "Nationalzeitung" und unterstützt eine Untergrundorganisation. Die Mutterkreuzträgerin Lilly beendet ihr Mitläuferdasein, trennt sich von ihrem Mann und nimmt Felice auf, als sie vor der Gestapo flüchten muß. Das Glück von "Aimée" und "Jaguar" währt nur kurz: Bald steht die Gestapo vor der Tür. - Der Film, basierend auf dem von Erica Fischer verfaßten Lebensbericht von Lilly Wust, erzählt eine außergewöhnliche Liebesgeschichte während der NS-Zeit. Regisseur Max Färberböck ließ das halb zerstörte Berlin der letzten Kriegsjahre rekonstruieren. Hervorragende darstellerische Leistungen vor allem von Maria Schrader und Juliane Köhler. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Filmpreis in Gold und dem Silbernen Bären der Berlinale 1999.

Mi., 02.04., 20.15 Uhr, Super RTL
Sa., 05.04., 21.40 Uhr, Super RTL
Fernsehfilm
Silvias Bauch - Zwei Männer und (k)ein Baby
(D 1998, R.: Hugo Egon Balder, D.: Joachim Kemmer, Alana Bock, Dorkas Kiefer, u.a.) Das schwule Paar Oliver und Hendrik will ein Kind. Fotomodell Silvia bietet sich als Leihmutter an. Oliver und Silvia sollen das Wunschkind zeugen, doch der große Moment beginnt verkrampft. Und Hendrik wird von Eifersucht geplagt. Komödie von Ex-"Tutti-Frutti"-Moderator Hugo Egon Balder.

Do., 03.04., 00.50 Uhr, ARD
Fr., 11.04., 22.30 Uhr, 3sat
Spielfilm
I shot Andy Warhol
(USA 1996, R.: Mary Harron, D.: Lili Taylor, Jared Harris, Stephen Dorff u.a.) Valerie Solanas, ehemalige Psychologiestudentin, lebt in den frühen 60ern in New York als Bettlerin und Prostituierte. Die lesbische Radikalfeministin verfaßt das Manifest der "Society For Cutting Up Men", das die Beseitigung von Männern fordert. Der Pop-Art-Künstler Andy Warhol läßt Solanas in einem Film auftreten, in seiner "Factory" jedoch gilt sie als verrückt. Nach einem Buchvertrag mit dem Verleger Maurice Girodias glaubt Solanas, Girodias und Warhol hätten sich gegen sie verschworen. Sie schießt auf Warhol... - Das beeindruckende Regiedebüt von Mary Harron basiert auf realen Begebenheiten. Harron zeigt Solanas nicht nur als Psychopathin, sondern auch als avantgardistische Feministin inmitten einer lebendigen Kunstszene. Lili Taylor überzeugt als Attentäterin, Jared Harris als Andy Warhol. Musik von John Cale.

So., 06.04., 14.35 Uhr, VOX
So., 06.04., 03.00 Uhr, VOX
Spielfilm
Die Putzfraueninsel
(D 1996, R.: Peter Timm, D.: Jasmin Tabatabai, Christine Oesterlein u.a.) Die 25-jährige Irma spielt nach ihrer Arbeit - Putzfrau in einer Villa - Balalaika im Schwulenchor RosaCavaliere. Als Irma entdeckt, daß ihre Arbeitgeberin die eigene Schwiegermutter im Keller eingesperrt hat, ändert sich ihr eintöniges Leben radikal: Sie freundet sich mit der befreiten alten Dame an und bekommt eine Villa, Geld und einen neuen Lover. Doch dann setzt sich ihre resolute Freundin nach Mallorca ab... - Jasmin Tabatabai, hier noch "Jungstar", und Christine Oesterlein, profilierte deutsche Theaterschauspielerin, glänzen als ungleiche Freundinnen in der heiter-melancholischen Verfilmung des Romans von Milena Moser.

So., 06.04., 20.15 Uhr, Sat1
Spielfilm
Der bewegte Mann
(D 1994, R./D.: Sönke Wortmann, D.: Til Schweiger, Katja Riemann, Joachim Król u.a.) Doro erwischt ihren Freund Axel mit einer anderen Frau. Nach seinem Auszug sammelt Axel Erfahrungen mit schwulen Mitbewohnern. Als Doro erfährt, daß sie von Axel schwanger ist, sucht sie den werdenden Vater auf - und findet in Axels Kleiderschrank einen nackten Mann. - Die Beziehungskomödie von Sönke Wortmann mit Til Schweiger und Katja Riemann war ein Hit des deutschen Kinojahres 1994. Vorlage waren Ralf Königs Comics "Der bewegte Mann" und "Pretty Baby".

So., 06.04., 22.15 Uhr, N24
So., 06.04., 04.15 Uhr, N24
Dokumentation
Lust und Liebe - Die Sexualität des Menschen: Er, Sie, Es
Hinter dem etwas hilflosen Titel "Er, Sie, Es" verbirgt sich eine Doku zu Intersexualität: über Menschen, deren Körper aus medizinischer Sicht weder als eindeutig weiblich, noch eindeutig männlich einzuordnen sind. Zu Wort kommt die amerikanische Autorin Kate Bornstein, die 30 Jahre als Mann lebte. Der Unterschied zwischen Inter- und Transsexualität wird erklärt.

Mo., 07.04., 20.15 Uhr, 3sat
Di., 08.04., 13.15 Uhr, 3sat
Di., 15.04., 22.15 Uhr, NDR
Feature
Intersexuell - zwischen den Geschlechtern. Von der Schwierigkeit, weder Mann noch Frau zu sein
Mindestens eins von 2.000 Neugeborenen hat biologische Merkmale beider Geschlechter. Seit Jahrzehnten werden intersexuelle Kinder chirurgisch und hormonell "korrigiert", um ein eindeutiges Geschlecht zu schaffen. Die Berliner Kriminalkommissarin Bianca Müller erfuhr erst nach 38 Jahren als Mann, daß sie als intersexuelles Mädchen geboren wurde. Die frühen Geschlechtszuweisungen werden von Intersex-Aktivisten kritisiert. Der Film zeigt, daß es Zeit ist, alte Gewißheiten über die Geschlechtsidentität zu überdenken. (R.: Thorsten Niemann)

Mo., 07.04., 20.15 Uhr, arte
Sa., 12.04., 16.10 Uhr, arte
Do., 24.04., 16.15 Uhr, arte
Reportage
360º - Die Geo-Reportage: Samoa Queens
Tara, auf den ersten Blick eine elegante samoanische Frau, ist biologisch ein Mann und lebt als "Fa'afafine". Gibt es in einer samoanischen Familie zu wenig Mädchen, die bei der Hausarbeit helfen, erzieht man einen Jungen als Mädchen. Diese soziale Änderung des Geschlechtes dauert meist ein Leben lang. Weibliche Männer sind Teil der traditionellen Kultur Polynesiens und gesellschaftlich akzeptiert. Sie erfüllen wie Tara die klassische Frauenrolle: Sie versorgt den Haushalt und hütet die Kinder. Fa'afafine bewegen sich in einem Spannungsfeld von religiösen Geboten, westlichem Rollenbild und alten Traditionen. Als homosexuell gelten sie nicht - eine Fa'afafine begreift sich als Frau, ihre Beziehung zu Männern gilt als heterosexuell.

Mi., 16.04., 14.00 Uhr, arte
Fr., 18.04., 16.45 Uhr, arte
Dokumentation
Familienalbum: Neue Rechte für die Familie?
"Anspruch auf Wissen: Schweden" - durch künstliche Befruchtung gezeugte Kinder können in Schweden in den meisten Fällen die Identität des Samenspenders feststellen. "Ein neuer Pakt: Frankreich" - der Pacte Civil de Solidarité (PACS), der geschlechtsunabhängige Lebenspartnerschaftsvertrag, ist in Frankreich seit 1999 eine bewährte Alternative zur Ehe. "Homosexualität und Adoption: Niederlande" - die Niederlande sind das erste Land Europas, das die standesamtliche Heirat lesbischer und schwuler Paare zuläßt und ihnen auch das Adoptionsrecht gewährt.

Mo., 21.04., 23.35 Uhr, MDR
Porträt
Legenden: Zarah Leander
Porträt des Ufa-Stars mit der dunklen Stimme, die gemeinhin als "schön, sinnlich, verrucht" beschrieben wird. Der Film zeigt Stationen aus Zarah Leanders Leben: die Kindheit in Schweden, ihr Leben als vom Theater träumende Mutter, ihre Anfänge als Revuestar, ihre Entdeckung durch die deutsche Ufa 1936. Leander, die zum größten Star der Nazizeit und Aushängeschild des deutschen Filmes avanciert, interessiert sich nicht für die Politik des Regimes. Das Comeback nach dem Krieg gelingt, doch am Ende ihrer Karriere singt sie auf Kaffeefahrten. Ihr Sohn, ihre langjährige Sekretärin, befreundete Schauspieler und ihr Biograf erinnern sich.

Di., 22.04. 20.15 Uhr, Sat1
Fernsehfilm
Aus Liebe zu Tom
(D 2003, R.: Juliane Hohl, D.: Harald Krassnitzer, Katja Studt, Marian Loesch, u.a.) Der 11-jährige Tom lebt glücklich mit seinen Vätern Wolfgang und Steff. Dann taucht Maren auf, Toms leibliche Mutter. Als sie um das Sorgerecht prozessiert, beginnen die Medien eine Hetzkampagne gegen die schwulen Väter. Der Richter spricht Maren das Sorgerecht zu... Harald Krassnitzer lernte in seiner Rolle als Schwuler: "Wie funktioniert eine Liebesszene, wie guckt man sich an, wie küßt man sich?"

Mi., 23.04., 22.40 Uhr, arte
Spielfilm
Love Is the Devil
(GB/F/Jap 1998, R./D.: John Maybury, D.: Derek Jacobi, Daniel Craig, Tilda Swinton, Anne Lambton, u.a.) London 1964: Der Künstler Francis Bacon fängt eine Liebschaft mit dem Kleinkriminellen George Dyer an. Bacon ist Mittelpunkt der Londoner Bohème, Dyer wird Modell und Muse des Malers. Schon bald schläft Bacon mit anderen Männern, und der intellektuelle Freundeskreis verachtet Dyer. Dieser betäubt sich mit Drogen und Alkohol... - Spielfilm-Debüt von John Maybury, der früher Avantgarde-Filme für ein schwul-lesbisches Publikum drehte. Die Bildsprache ist abstrakt und provokativ. In Edinburgh als "Best New British Feature" ausgezeichnet. Mit Tilda Swinton, Musik von Ryuichi Sakamoto.

Do., 24.04., 18.00 Uhr, 3sat
Dokumentation
Adrian will tanzen – Ein Junge und seine Liebe zum Ballett
Nach drei Jahren Ballettunterricht am Friedrichsstadtpalast darf der 10-jährige Adrian an die Staatliche Ballettschule in Berlin. Obwohl die Eltern stolz sind, sieht Adrians Vater seinen Sohn mit gemischten Gefühlen auf der Bühne: Seine Kollegen auf dem Bau halten Adrian für schwul.

Ingrid Scheffer

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