"CSU muß sich veränderten Realitäten stellen"

Die Lesben und Schwulen in der Union (LSU) widersprechen der Auffassung von CSU-Generalsekretär Goppel, der Familie nur in der klassischen "Vater-Mutter-Kind-Konstellation" anerkennen will. "Die CSU wird ihrer Rolle als Volkspartei nicht gerecht, wenn Sie den Wandel in der Gesellschaft mit antiquierten und unvollständigen Weltbildern ignoriert", so Axel Hochrein, Landesvorstand der LSU-Bayern. Hochrein fordert seine Partei auf, familienpolitische und gesellschaftliche Realitäten nicht nur anzuerkennen, sondern auch politisch umzusetzen. Die Führung der CSU sollte endlich den Mut haben, in der familienpolitischen Diskussion wieder die Initiative zu ergreifen, als sich mauernd hinter Worthülsen zu verstecken. Dazu muß das Thema natürlich unverkrampft innerhalb der Partei diskutiert werden. "Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß hier die Partei-Basis der Führung weit voraus ist. In Orts- und Kreisverbänden der CSU wird die starre Haltung teilweise mit Kopfschütteln zur Kenntnis genommen.", weiß Hochrein zu berichten.

Familie und Ehe sind die tragenden Säulen unserer Gesellschaft. Die LSU fordert, diesen Säulen endlich weitere Pfeiler zur Seite zu stellen. Alleinerziehende Frauen und Männer, gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften in denen Fürsorge und Verantwortung für Kinder übernommen wird, Kinder die sich um pflegebedürftige Eltern oder Großeltern kümmern, all das ist auch Familie im Sinne der LSU. Angesichts zusammenbrechender Renten- und Sozialkassen ist dies nicht nur eine überfällige Anerkennung der Realität in Deutschland sondern auch ein volkswirtschaftliches Gebot.

GP

LSU widerspricht Goppels Familienbegriff