Stammtischparolen gegen Toleranz

Merkelchen und Stoiberle :-) Innerhalb von CDU/CSU ist es in letzter Zeit wiederholt zu Ausfällen rechtskonservativer Politiker in Bezug auf den Umgang mit Schwulen und Lesben gekommen. Dies ist umso bedauerlicher, wenn man zeitgleich die konsequenten Liberalisierungsbemühungen von Parteichefin Angela Merkel sieht.

Auf einem Treffen der CSU-Parteibasis im bayrischen Aschheim verstieg sich deren Generalsekretär Goppel zu der Äußerung: "Klaus Wowereit und Partner versuchen doch allabendlich der Biologie ein Schnippchen zu schlagen." Wenige Tage später gab der Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann (CDU) folgende Sprüche zum Besten: "homosexuelle Paare mit einem Adoptionsrecht auszustatten, kommt der Denaturierung des Leitbildes der Familie gleich" und man müsse "den Homosexuellen mit aktiver Zivilcourage begegnen". Diese zum Teil gefährlichen Stammtischparolen kommen der Führungsmannschaft der Union ungelegen, da diese derzeit bestrebt ist, auch im schwul-lesbischen Milieu der Großstädte wahrgenommen zu werden. Bleibt zu hoffen, daß die Basis loyaler gegenüber ihren Spitzenkräften Merkel und Stoiber auftritt. Stoiber hatte erst kürzlich "seinen Respekt vor anderen Lebensgemeinschaften" bekundet. Da kommen derartige Parolen aus den zweiten oder dritten Parteireihen, mit denen man vielleicht von rechtsaußen Stimmen gewinnen könnte, für die Bundesspitze der CDU/CSU äußerst ungelegen.

GP

Quo vadis Union?