Historisches beim Februar-SunGay

Ein filmischer Ausflug in die Vergangenheit steht im Februar auf dem Programm der SchwuLesbischen Kinoreihe SunGay in Dresden. Wir zeigen am 23. Feburar um 20:30 Uhr den Film "Oscar Wilde".

"Ich habe mein ganzes Genie in mein Leben gesteckt, in meine Werke nur mein Talent." sagt Oscar Wilde, selbsternanntes Genie und brillanter Dichter, Ehemann und homosexueller Dandy, über sich. Sein bekanntestes Werk "Das Bildnis des Dorian Gray" prägte den Stil seiner Zeit. Doch Wilde scheiterte auf dem Höhepunkt seiner literarischen Karriere an der prüden viktorianischen Gesellschaft in England vor der Jahrhundertwende. Im Jahr 1895 wurde Oscar Wilde in einem aufsehenerregenden Verleumdungsprozeß, den er ironischerweise selbst angestrengt hatte, wegen seiner Homosexualität zu zwei Jahren Gefängnis und Zwangsarbeit verurteilt. Alles an Wildes Person - seine Poesie, sein Witz, seine Begeisterung für alles Schöne, seine Extravaganz - wurde als Beweis für sein sogenanntes Laster herangezogen. Damit trug der Wilde-Skandal ungewollt nicht unwesentlich zur Herausbildung eines Stereotyps des "Schwulen Mannes" bei, ein Klischee, das sich in der britischen Öffentlichkeit noch lange halten sollte, weil sich viele Angehörige der "Oxford-Generation" an Wilde orientierten, egal ob schwul oder hetero.

Nach Richard Ellmanns Biographie "Oscar Wilde" entstand unter der Regie von Brian Gilbert der bewegende Film, der im Februar im SunGay zu sehen ist. Der britische Schauspieler und Schriftsteller Stephen Fry überzeugt in der Rolle des extravaganten Poeten und Dramatikers Oscar Wilde. Übrigens als kluge und verständnisvolle Mutter Wildes hat die exzellente Schauspielerin Vanessa Redgrave einen kurzen Gastauftritt in diesem Film, der sich nicht nur für Wilde-Fans lohnen dürfte.

Myrko

Die SUNGAY-Termine
23. Februar - Oscar Wilde
30. März - Jeffrey
27. April - High Art
25. Mai - Die Stille nach dem Schuß
29. Juni - Alles über meine Mutter

Oscar Wilde