Massive Proteste

Bekanntlich sind die Haushaltskassen der Städte und Gemeinden leer. Überall muß gespart werden und Kürzungen von Finanzen stehen auf der Tagesordnungen. Gespart wird dabei aber oft am falschen Platz, weil notwendige Investitionen in die Zukunft zum Zwecke der kurzfristigen Kassenfüllung zurückgestellt werden.

Das merkt man nicht nur bei Budgetkürzungen im Bildungsbereich. So stehen auch zahlreiche Vereine in den neuen Bundesländern, die sich der Jugendarbeit, AIDS-Prävention und schwul-lesbischen Zielgruppenarbeit verschrieben haben, vor dem endgültigen Aus.

Beispiel AIDS-Prävention Bereits Mitte des Jahres 2003 wurden den Sächsischen AIDS-Hilfen Budgetkürzungen in Höhe von 20.000 Euro für das kommende Jahr mitgeteilt. Gleichzeitig kürzen die Städte ihre Zuwendungen. Erwartet werden spürbare Einschnitte in der Arbeit der Vereine. So werden kostenlose Kondome im Rahmen von Aufklärungsprojekten künftig nicht mehr verteilt werden können. Auch andere Projekte sind gefährdet und sind damit noch mehr als bisher von Spenden abhängig. Und die Sächsischen AIDS-Hilfen haben noch Glück gehabt. Im benachbarten Bundesland Sachsen-Anhalt sind die AIDS-Hilfen in ihrer Existenz bedroht.

Durch Kürzungen bei der erfolgreichen Präventionsarbeit ist künftig mit weiter steigenden Infektionsraten zu rechen. Die volkswirtschaftlichen Folgeausgaben für die Erkrankung werden um ein Vielfaches höher eingeschätzt als die Kosten von Aufklärungs- und Präventionsprojekten. Ein teures Sparpaket.

Beispiel Frauen Das Hallesche Frauenzentrum Weiberwirtschaft soll nach dem Willen der Landesregierung Sachsen-Anhalt geschlossen werden. Und nicht nur dieses Zentrum ist von den Streichplänen betroffen, befürchtet wird die Zerstörung der gesamten frauenpolitischen Infrastruktur in Halle. In einem knapp einseitigen Schreiben des Ministeriums für Soziales und Gesundheit, das dem Halleschen Courage e.V., dem Frauenzentrum Weiberwirtschaft bzw. seinem Träger Dornrosa e.V. und dem Frauenkommunikationszentrum Halle-Süd am 25.09.2003 zuging, hieß es lapidar: "Nunmehr teilen wir Ihnen mit, daß wir Sie im kommenden Jahr nicht mehr fördern werden". Darüber hinaus wurde "dringend empfohlen", sämtliche Miet- und Arbeitsverträge zum 31.12.2003 zu kündigen.

Das bedeutet unter anderem das Aus für psychosoziale Beratung für Frauen, Gewaltprävention und Lesbenarbeit.

Das sind nur zwei Beispiele von vielen.

Aufgrund der Kürzungen rufen die Vereine und Verbände auf, gegen die Kürzungen zu protestieren. Unterstützt die Bemühungen der Vereine, indem Ihr Protestbriefe und eMails an die Landesregierungen und Kommunen schickt.

Auch Spenden sind bei den Vereinen willkommen und auch notwendig, um die wichtige Arbeit zu sichern oder zu unterstützen.

Ausführliche Informationen zur Vereinsarbeit und den Projekten sind auf den jeweiligen Internetseiten (siehe Gegenpol-Adreßliste) zu finden.

GP

Vereinsfinanzierung 2004?