3. Regenbogentour der AG queer

Regenbogentour Im September startet die AG queer bei der PDS Sachsen zur 3. Regenbogentour durch größere und kleinere Orte des Freistaates. Im Mittelpunkt soll eine Lebensweisenpolitik stehen, die gleiche Rechte für alle Menschen fordert. Es geht darum, die Vielfalt der sexuellen Orientierungen und Lebensweisen aufzuzeigen, gängige Klischees abzubauen und Toleranz und Akzeptanz zu fördern. Die Auftaktveranstaltung der diesjährigen Tour findet am 5. September 2004 in Plauen statt. Danach führt die Tour durch Westsachsen bis in den Leipziger Raum. Den Abschluß bildet am 12. September eine Kranzniederlegung an der Gedenkstätte KZ Lichtenburg. Dort wurden viele Menschen Opfer der Nationalsozialisten; unter den Opfern auch zahlreiche Homosexuelle.

Die AG queer hat sich dabei zur Aufgabe gestellt, Fragen von BürgerIinnen zur Lebensweisenpolitik zu beantworten und mit Vereinen, Gruppen und Initiativen vor Ort ins Gespräch zu kommen, um gemeinsam mehr für eine tolerante Gesellschaft erreichen zu können. Auf dem Programm stehen Diskussionsveranstaltungen, Lesungen, Filmnächte und auch Parties.

Die Tourroute und das komplette Programm ist auch im Gegenpol-Timer und unter www.pds-queer.de zu finden.

Datum Ort Geplante Aktionen/Veranstaltungen
So 5.9. Plauen Auftaktveranstaltung:
19 Uhr "Gleichstellung aller Lebensweisen – (Homo)-Ehe abschaffen!", im Schuldenberg, Thiergartnerstraße 4
21 Uhr queere Wunschfilmnacht
Mo 6.9. Plauen + Aue 12-14.30 Uhr Informationsstände und Aktionen in der Plauener Innenstadt, beim Theatercafe (bei Daphne)
16-18 Uhr Informationsstand in Aue (Postplatz), anschließend Grillen
Di 7.9. Zwickau 10-16 Uhr Informationsstände und Aktionen in verschiedenen Gemeinden um Aue und Zwickau
16 Uhr Informationsstand in Zwickau, Kornmarkt
19 Uhr "queer theory – ein Blick über den schwuLesBischen Tellerrand", Referentin Caren Lay (Kandidatin für die PDS für den sächsischen Landtag), voraussichtlich (! bitte Tagespresse beachten!) Buntes Zentrum Muldenbühne, Kleine Biergasse 3
21 Uhr Spieleabend (Gesellschaftsspiele können gerne mitgebracht werden; es sind aber auch einige vorhanden)
Mi 8.9. Chemnitz 10-14 Uhr antouren verschiedener Gemeinden um Zwickau und Chemnitz
14-17 Uhr Informationsstand in Chemnitz, Neumarkt
19 Uhr "queer theory – ein Blick über den schwuLesBischen Tellerrand", Referentin Caren Lay (Kandidatin für die PDS für den sächsischen Landtag), Veranstaltungsort wird über Tagespresse bekannt gegeben/kann über 0178/7077677 erfragt werden
21 Uhr Spieleabend (Gesellschaftsspiele können gerne mitgebracht werden; es sind aber auch einige vorhanden)
Do 9.9. Annaberg-Buchholz 10-14 Uhr antouren verschiedener Gemeinden um Chemnitz und Annaberg-Buchholz
14-17 Uhr Informationsstand in Annaberg-Buchholz
19 Uhr "Wer diskriminiert hier wen?", Moderatorin Heinz-Jürgen Voß, Biedenpost, Magazingasse 8
21 Uhr queere Wunschfilmnacht
Fr 10.9. Grimma 10-15 Uhr Informationsstände in angrenzenden Gemeinden um Annaberg-Buchholz und Grimma
15-17 Uhr Informationsstand und Diskussionsrunde mit "Amal" in Grimma, (der Ort wird kurzfristig in der lokalen Presse bekannt gegeben)
19 Uhr "Wer diskriminiert hier wen?", Moderatorin Heinz-Jürgen Voß, Cafe "Kleine Welt", Weberstraße
21 Uhr queere Wunschfilmnacht
Sa 11.9. Eilenburg + Leipzig 10-15 Uhr queer-Tour durch kleinere Gemeinden um Leipzig
15-17 Uhr Informationsstand und Diskussion in Eilenburg (der Ort wird kurzfristig in der lokalen Presse bekannt gegeben)
19 Uhr Lesung – Lutz van Dijk "Verdammt starke Liebe", Eilenburg oder Leipzig (Veranstaltungsort wird kurzfristig in der lokalen Presse bekannt gegeben/kann später unter 01787077677 erfragt werden)
anschließend Diskussion und a Bierle :)
So 12.9. Prettin / Gedenkstätte KZ Lichtenburg 14 Uhr Kranzniederlegung

Informationen zu den Veranstaltungen:

Gleichstellung aller Lebensweisen - (Homo)-Ehe abschaffen! Seit einigen Jahren existiert das Gesetz zur Eingetragenen Lebenspartnerschaft (umgangssprachlich Homo-Ehe), dass es auch Lesben und Schwulen ermöglicht, ihre Partnerschaft rechtlich abzusichern. Dennoch hat sich gezeigt, dass nur wenige Lesben und Schwule bereit sind, ihre Partnerschaft eintragen zu lassen. Das liegt darin begründet, dass im Vergleich zur Ehe fast ausschließlich Pflichten und keine Rechte mit einer Eingetragenen Lebenspartnerschaft verbunden sind. So wird das Einkommen der PartnerIn in einer Eingetragenen Lebenspartnerschaft auf eventuelle Sozialhilfeansprüche angerechnet, ein Anrecht auf Hinterbliebenenrente existiert dagegen nicht. Böse Zungen behaupten gar, dass die Eingetragene Lebenspartnerschaft als neues Sondergesetz Diskriminierungen verfestigt und anzeigt, dass Lesben und Schwule Menschen zweiter oder dritter Klasse sind. Warum wird schließlich kein Rechtsinstitut geschaffen, bei dem alle, die dies wollen (egal ob lesbisch, schwul, hetero) ihre Beziehungen eintragen lassen können, wenn sie wollen? Es findet eine Diskussionsrunde zur Thematik statt, bei der die derzeitige Diskriminierung durch die geltende Gesetzeslage thematisiert und alternative Ansätze erörtert werden sollen. Alle Interessierten, die sich schon immer mal über das Thema genauer informieren wollten oder mitdiskutieren möchten, sind recht herzlich eingeladen.

Queer theory - ein Blick über den schwuLesBischen Tellerrand: Lesben, Schwule, Prostituierte, HIV-Infizierte, Schwarze... werden und wurden lange Zeit diskriminiert. Um auf diese Diskriminierung aufmerksam zu machen, fanden sie sich Anfang der 1990er Jahre in einer queer Bewegung zusammen und stritten aktiv und medienwirksam für ihre Rechte. Damit begann sich auch eine Theorie zu entwickeln, die sich für die Gleichberechtigung aller Menschen, egal welcher Hautfarbe, Herkunft, welchen Glaubens, welcher sexuellen Orientierung oder Lebensweise einsetzt. Bewegung und Theorie werden von Caren Lay (Kandidatin der PDS für den sächsischen Landtag) in einer Diskussionsrunde vorgestellt und alternative Ansätze der Lebensweisenpolitik aufgezeigt. Alle Interessierten sind dazu recht herzlich eingeladen!

Wer diskriminiert hier wen?: Lesben und Schwule und Menschen mit einer anderen Lebensweise werden in der Gesellschaft vielfältig diskriminiert. Andererseits werden auch in lesbischen und schwulen Zusammenhängen Menschen diskriminiert, die nicht dem Schema der weißen, gut situierten Wohlstandsschwubbe oder -lesbe entsprechen. Brauchen wir die Herabwürdigung von Menschen, um uns selbst zu profilieren und selbst zu verwirklichen? In diesem Workshop soll der Frage nach den Ursachen von Diskriminierung nachgegangen werden und sollen Auswege aufgezeigt werden, wie Diskriminierungen wirkungsvoll abgebaut werden können. Hilft etwa ein Antidiskriminierungsgesetz?

Lesung - Lutz van Dijk "Verdammt starke Liebe": Stefan, 16, verliebt sich in den nur wenig älteren Willi - und das mitten im Krieg. Nicht nur eine Liebe zwischen zwei jungen Männern, sondern auch zwischen einem polnischen Jungen, dessen Land besetzt ist, und einem jungen deutsch-österreichischen Soldaten, dem Feind. Monatelang gelingt es ihnen, ihre Liebe geheim zu halten. Dann schreibt Stefan einen Brief, der beiden zum Verhängnis wird... Der Roman dokumentiert auf einfühlsame Weise die Liebe zwischen zwei jungen Männern - auf drastische Art die Verfolgung Homosexueller im Nationalsozialismus. Gerade vor dem Hintergrund erstarkender rechtsextremer Strukturen und Ideologien in der jetzigen Bundesrepublik Deutschland soll die Lesung aus "Verdammt starke Liebe" ein Achtungszeichen gegen menschenverachtende faschistische und neo-faschistische Ideologien sein. Mit einer Kranzniederlegung im KZ Lichtenburg am darauffolgenden Tag soll den ermordeten Homosexuellen im Nationalozialismus gedacht werden.

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