Die bitteren Tränen der Petra von Kant

Angewidert von herkömmlichen Beziehungsmustern, die augenscheinlich stets in Verletzung und Schmerz münden, hat sich die mondäne Modedesignerin Petra von Kant von ihrem Mann getrennt. Jetzt lebt sie allein und widmet sich klug und geschäftstüchtig ihrer Karriere, die ihr zunehmend internationalen Erfolg einbringt.

Ihre Freundin Sidonie macht sie bei einem überraschenden Besuch mit Karin, einer 23-jährigen jungen Frau, bekannt.

Diese bittet Petra von Kant um Vermittlung einer Ausbildung in der Modebranche. Petra forciert ein Liebesabenteuer mit der karrierebewußten Karin, von dem sie sich bald mehr verspricht. Die Affäre wird zur bedingungslosen Liebe. In ihrer Unerfahrenheit unterschätzt Karin die Abgründigkeit von Petras Hingabe, genießt es jedoch, sich hemmungslos aushalten zu lassen.

Bis Karin eines Tages Petra eröffnet, daß sie zu ihrem Mann zurückkehren wird. Auf die ohnmächtige Frage "Warum bist du nicht gleich auf den Strich gegangen?" antwortet sie unverfroren: "Weils mit dir nicht so anstrengend war, Liebste."

Das Theater Rainer Werner Fassbinders, der dieses Jahr am 31. März 60 Jahre alt geworden wäre, "war immer Antitheater, gerichtet gegen das bürgerliche Theatererlebnis".

In einfachen, pointierten Szenen gelingt es ihm in radikaler Art und Weise, die Abgründigkeit, den Schmerz und die schier zwangsläufigen Unterdrückungsmuster menschlicher Beziehungen auszuloten.

Die bitteren Tränen der Petra von Kant
Premiere am 19. März, 20 Uhr
Nächste Vorstellungen: 20., 24. & 30.3., 20 Uhr
Neuen Szene
Gottschedstraße 16 (Schauspiel Leipzig)

Nachtrag! Die Premiere des Stückes wurde verschoben vom 19. auf den 24. März 2005. Die Vorstellung am 20.3. findet damit auch nicht statt.

Fassbinder-Premiere in Leipzig