Die lange Fassbinder Nacht

Rainer Werner Fassbinder wäre dieses Jahr 60 Jahre alt geworden. Das Schauspiel Leipzig und CineStar ehren den Regisseur, Schauspieler und Autor in einer langen Nacht mit Theater und Filmen. Den Abend eröffnet die aktuelle Inszenierung "Die bitteren Tränen der Petra von Kant", im Anschluß daran werden zwei frühe Filme von Fassbinder gezeigt.

Susanne Stein spielt Petra von Kant, eine Erfolgsfrau aus der Modebranche, deren große Liebe zu der jüngeren Karin hoffnungslos scheitert. Nach der Vorstellung wird der Filmprojektor in Gang gesetzt. "Liebe ist kälter als der Tod" entstand 1969 und war Fassbinders erster Spielfilm. Seinen Gangsterfiguren fehlt Souveränität, aber die Sehnsucht nach dem Glamour des großen Kinos ist spürbar. Nur ein Jahr später drehte Fassbinder "Warnung vor einer heiligen Nutte". Der Film handelt zwar von Dreharbeiten, aber das eigentliche Thema ist das Scheitern der Idee einer Künstlerkommune. Fassbinder und seine antiteater-Gruppe spielen sich selbst, entlarven ihre erotischen Beziehungen und Abhängigkeiten. So verarbeitete Fassbinder seine persönlichen Erfahrungen und begrub seinen Traum vom Theater.

"Alles was ich mache hat auch mit mir selbst zu tun." Mit jedem seiner Filme hat Rainer Werner Fassbinder radikal und subjektiv Stellung bezogen. Seine Filme lassen sich lesen als ein überaus persönliches Tagebuch, in dem sich trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – deutsche Gegenwartsgeschichte abbildet.

sfx

Schauspiel Leipzig und CineStar
Die lange Fassbinder Nacht
13. Mai 2005, 20 Uhr
Neue Szene, Gottschedstraße 16, Leipzig
Eintritt 20 EUR (Vorstellung + 2 Filme)
Vorverkauf auch im Kino: CineStar Leipzig, Petersstraße
www.schauspiel-leipzig.de

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