Das war der CSD 2005 in Sachsen

Dresden und Leipzig waren Anfang Juni Gastgeber für die sächsischen CSD-Veranstaltungen. Während Leipzig dieses Jahr zum zweiten Mal den eigenen Christopher-Street-Day feierte, fand der CSD in Dresden zum zwölften Mal statt.

Dresden

Den Auftakt machte die sächsische Landeshauptstadt in der ersten Juni-Woche. Natürlich waren die CSD/TSD-Parade und das Straßenfest am 4. Juni die Höhepunkte des SchwuLesbischen Fests. Die Demonstrationsteilnehmer konnten als Novum den Schirmherren persönlich begrüßen. Dresdens Oberbürgermeister Ingolf Roßberg war auch schon in den vergangenen Jahren Schirmherr, hatte sich aber jeweils vertreten lassen müssen. In diesem Jahr war OB Roßberg erstmals selbst anwesend und sprach ein kurzes Grußwort vor der Parade. Demoteilnehmer, Straßenfestbesucher und die Künstler auf der Bühne machten den diesjährigen CSD wieder etwas größer und besser als im vergangenen Jahr. Nach offiziellen Angaben der Organisatoren nahmen 1200 Leute an der Parade teil, insgesamt erreichte das Straßenfest über 4000 Menschen auf dem Altmarkt. Auch wenn der angekündigte Stargast Hella von Sinnen fehlte, so erlebten die Gäste ein buntes Programm, pointiert moderiert von Daphne de Luxe. Mit dabei waren Dorit Gäbler, die Travestiegruppe WIWA, Schwestern des Ordens der Perpetuellen Indulgenz, Tess Tiger und viele andere.

Leipzig

Unter dem Motto "Liebe ohne Grenzen" feierte die Messestadt Leipzig ab dem 5. Juni den 2. CSD. Eine ganze Woche lang gab es zahlreiche Veranstaltungen von Straßenfest, Party bis zur Demonstration. Das CSD-Partnerland Polen zog sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltungen. Die Sportlerinnen Judith Arndt und Petra Roßner waren die Schirmfrauen des Leipziger CSD. Den Auftakt bildete die Demonstration am Sonntag, den 5. Juni, an welcher rund 1000 Leute teilnahmen, wie die Organisatoren mitteilten. Zum Straßenfest am Samstag dem 11. Juni bekamen die rund 2000 Besucher im Nikolaikirchhof eine bunte Programmvielfalt aus Musik, Theater und Varieté geboten. Mit dabei waren unter anderem die Rockband Boundless Fever sowie Artisten des Krystallpalast Varieté Leipzig. Organisatoren und Gäste zeigten sich zufrieden mit dem zweiten CSD in Leipzig, der deutlich mehr Menschen angesprochen hatte als im Jahr zuvor.

Kritische Stimmen

Obwohl der CSD in Leipzig und Dresden überwiegend positiv aufgenommen wurde, gab es auch Kritikpunkte. So intonierten die Schwestern des Ordens der Perpetuellen Indulgenz auf der Altmarktbühne das Lied "Besame mich, Macho", welches bei vielen zwiespältige Meinungen auslöste. Dieses Lied hat zum Beispiel eine rege Diskussion im Online-Forum unter www.gegenpol.net ausgelöst. Der sehr explizite, fast pornografische Text des Songs klärt über HIV und die Gefahren von unsafen Sexpraktiken auf. Nur muß die Frage gestellt werden, ob mit dem Dresdner Altmarkt der richtige Platz für die durchaus sehr originelle Präventionsidee gewählt wurde. Aufklärung schön und gut, aber erzeugt man damit nicht eher Ängste und Ablehnung gerade bei heterosexuellen Passanten, von denen zahlreiche auch mit kleinen Kindern unterwegs waren, anstatt für Akzeptanz und Toleranz für schwul-lesbische Lebensweisen zu werben? Aber auch viele Schwule fanden den Text vom "Arm in den Darm" eher unpassend für eine öffentliche Nachmittagsveranstaltung.

Für Eure Meinung zu diesem Thema steht Euch das Gegenpol-Forum auf unserer Internetseite offen.

Danke:

An dieser Stelle gebührt ein besonderer Dank allen Organisatoren, die den Gästen in Dresden und Leipzig den CSD 2005 ermöglicht haben.

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