Schwule Onlineportale gibt es viele. Gemeint sind Plattformen für Homosexuelle im Internet, wo es neben Informationen und Bildern auch die Möglichkeit gibt, andere User kennenzulernen. Aber warum gibt es so viele Portale? Der Forscherdrang ist geweckt - wir testen für Euch.

Szenegay.de gibt es seit Juni 2005. Also noch recht frisch. Fünf schwule Jungs betreiben das Internetangebot für Thüringer, Sachsen-Anhaltiner und Sachsen. Der Schwerpunkt liegt deutlich in Halle. Unter dem bekannten Motto: "Mittendrin statt nur dabei" erstreckt sich der Inhalt im über drei Hauptpunkte: Szene, Community und Aktionen.

Unter Szene findet man gut recherchierte, interessante und unterhaltsame Nachrichten rund ums schwule Leben. Witzig: Das ganze kann man auch anhören. Außerdem gibt's die nächsten Partyshighlights im Untersuchungsgebiet im Überblick. Weiter unten, etwas versteckt, folgen die (wie auch immer ermittelten, aber durchaus plausibel erscheinenden) Top 20 der neusten Dance-Hits für Schwule. Und noch weiter runtergescrollt gibt es viele witzige Schnappschüsse von zurückliegenden Partys. Wenn man sich im oberen Teil dann weiter durchklickt, folgen für die größeren Städte in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wichtige Anlaufpunkte der Szenelandschaft. Abschluß im Punkt Szene ist eine Linksammlung privater schwuler Homepages.

Weiter geht's dann mit dem Kapitel Community. Hier gibt's natürlich die Möglichkeit sich ein Profil zu erstellen und den Markt der derzeit 137 Nutzer zu analysieren. Während der dreitägigen Analyse gab es übrigens 26 Neuanmeldungen - vielleicht hält der Trend ja an. Dennoch wird es Szenegay.de neben dem allbekannten blauen Platzhirsch wohl schwer haben. Bei den ebenso angebotenen kostenlosen bundesweiten Kontaktanzeigen ist leider gar nichts los. Und es gibt auch einen richtigen, traditionellen Chat. Wer das nicht mehr kennt: Hier kann man nicht nur eine einzelne Person ansprechen, sondern auch mit mehreren zusammen quatschen. Allerdings ließ auch hier die Frequentierung bisher zu wünschen übrig.

Doch nun zum interessanten Abschnitt: Unter Aktionen gibt es nämlich allerlei Spannendes. Unter dem Punkt A&D kann man Kurzreports aus dem Leben von André und Denis lesen. Unterlegt mit vielen lustigen Fotos. Nicht wirklich informativ (Wer schläft nackt? Gibt es schwule Fußballer? Welcher Sextyp bist Du?) aber wirklich ungemein unterhaltsam! Bei den Galerien schließlich gibt es - klar: Fotos. Neben schönen Werken dreier bekannter Fotografen, räkeln sich auch drei Leser vor den Kameras. Vom Sommer sind auch noch massig Fotos vom Berliner CSD bereitgestellt. Außerdem kann man gegen Bezahlung auch Pornobilder öffnen. Das haben wir dann aber nicht getestet.

Als besonderen Gag kann man sich noch mit Nyyrikki, dem Maskottchen von Szenegay.de befassen. Den gibt es in einer Art Foto-Comic zu bewundern.

Gegenpol-Fazit: Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall. Zwar bringt es nicht viel, in einem weiteren Portal auf den Traumprinzen zu warten, aber Szenegay.de schafft es über die normalen Kontaktspielchen hinaus in angenehmer Form Informationen und Unterhaltung anzubieten.

sfx

Szenegay.de im Onlinetest