mit der Neuapostolischen Kirche

Die Neuapostolische Kirche International (NAKI) ist aus der in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts in England und Schottland entstandenen Erweckungsbewegung hervorgegangen. Sie ist weltweit organisiert mit über 10,8 Millionen Mitgliedern und rund 72.093 Gemeinden (Stand 2004). Der Hauptsitz befindet sich in Zürich. In Deutschland zählt die Neuapostolische Kirche rund 377.700 Mitglieder. Da die Neuapostolische Kirche auch ein Spiegelbild der jeweiligen Gesellschaft darstellt, zeigen sich auch für homosexuelle, bisexuelle und transidente Mitglieder Probleme, wie Vorurteile, Ausgrenzung und der generelle Ausschluß von Amts- und Lehrtätigkeit innerhalb der Kirche.

Darum formierte sich im Oktober 1999 die Gruppe Regenbogen-NAK, die mittlerweile Mitglieder in Deutschland, Frankreich, Argentinien, Chile, Südafrika, der Schweiz und den Niederlanden hat. Das Ziel ist dabei, die Belange von homosexuellen, bisexuellen und transidenten Christen in der Kirche zu vertreten. Die Regenbogen-NAK steht für Toleranz und Offenheit im christlichen Umgang in den neuapostolischen Gemeinden. Es wird angestrebt, daß die Kirchenleitung die Bemühungen um Wahrnehmung, Akzeptanz und Integration offensiv unterstützt. Es gibt mehrere Projektgruppen der internationalen Kirchenleitung zu verschiedenen Themen, so zum Beispiel auch zum Thema "AIDS". Dies führte zum Beispiel im südlichen Afrika zu einer Kampagne in Zusammenarbeit mit UNAIDS.

Dreimal im Jahr finden internationale Treffen statt, an denen zwischen 30 und 60 Personen teilnehmen, zuletzt vom 10.-12. Februar in Dortmund. Hier werden Meinungen und Ansichten ausgetauscht; Erfahrungen, Probleme und Wünsche innerhalb der Kirche besprochen. Zudem werden in einigen Teilen Deutschlands auch regionale Treffen veranstaltet. Neben den Treffen spielt das Internet eine wichtige Rolle, um den Kontakt zwischen den Mitgliedern in den verschiedenen Ländern zu ermöglichen. Neben der Mailingliste findet man auf der Homepage www.regenbogen-nak.de Informationen, so zum Beispiel eine Handreichung für Seelsorger der NAK bezüglich des Umganges mit homosexuellen und transidenten Mitgliedern. Mittlerweile sind die meisten Infos neben Deutsch auch in Englisch, Französisch, Niederländisch, Italienisch und Spanisch zu erhalten.

Anfang 2005 erschienen in der kircheneigenen Jugendzeitschrift "spirit" die aktuellen Stellungnahmen der Kirche zum Thema Sexualität. Bemerkenswerterweise erschien in diesem Zusammenhang ein Interview mit dem Sprecher der Regenbogen-NAK, Peter Schärer. Ein Novum in der Geschichte der NAK, denn bisher wurden Ansichten spezieller Gruppen innerhalb der Kirche nicht veröffentlicht.

Die Freiwilligen stecken viel Zeit in diese Projekte. Die Zahl der Menschen, die durch diese Projekte erreicht werden, kann man nur schätzen, aber es kann ein Schneeballeffekt beobachtet werden, der sich hoffentlich auch weiterhin auf die englisch- und französischsprachigen Gebiete ausbreitet. Die Arbeit führt zu einem besseren Verständnis und so zu mehr Akzeptanz und Integration. Es gibt viel positive Resonanz und es entsteht gegenseitiger Respekt. Die Regenbogen-NAK ist auf gutem Weg, Unsicherheiten, Ignoranz und Ausgrenzung zwischen kirchlichen Amtsträgern und Gemeindemitgliedern einerseits sowie neuapostolischen Homosexuellen, Bisexuellen und Transidenten andererseits zu verringern. Der Dialog ist endlich da und soll fortgesetzt werden. So zum Beispiel in Leipzig vom 12. bis 14. Mai 2006.

Im Dialog