Verein bittet um Unterstützung

Es war im Sommer 1989 als in Leipzig der erste offene Treffpunkt für Schwule und Lesben geschaffen wurde. Zwei Jahrzehnte schwul-lesbischer Kultur, Sozialarbeit und ehrenamtlichen Engagements folgten. Nun, im Sommer 2006, droht der RosaLinde die Luft auszugehen.

Grund dafür ist nach Vereinsangaben eine Rückforderung des Finanzamts in Höhe von rund 5000 Euro, die aus dem Zeitraum 1999 bis 2001 resultiert. Die RosaLinde veranstaltete damals (wie heute) eine Reihe an Partyveranstaltungen, die im Hinblick auf ihren besonderen soziokulturellen Aspekt mit dem ermäßigten Steuersatz von 7% für gemeinnützige Veranstaltungen und nicht mit dem Standard-Mehrwertsteuersatz abgerechnet wurden. Das Leipziger Finanzamt hingegen ist der Auffassung, dass diese Veranstaltungen ausschließlich kommerziellen Charakter hatten und fordert nun für diesen Zeitraum die Mehrwertsteuerdifferenz mit Zinsen zurück. Es herrscht darüber eine unterschiedliche Rechtsauffassung zwischen Verein, Rechtsanwalt und Steuerberaterin auf der einen und dem Finanzamt auf der anderen Seite. Das eingelegte Rechtsbehelfsverfahren wurde Ende April abgelehnt und die Summe wird spätestens Ende Juni fällig.

Das Geld kann der Verein, der in der Vergangenheit schon unter immer stärker werdenden Fördermittelkürzungen zu leiden hatte, nicht aus eigener Kraft aufbringen. Durch eine Verteilung auf mehrere Schultern kann diese Last jedoch deutlich geringer werden. Der Vereinsvorstand bittet deshalb dringend um Spenden und finanzielle Unterstützung. Nur wenn es gelingt, starke PartnerInnen zu finden, die die zukünftige Arbeit stützen können, hat die Leipziger RosaLinde über den 31.06.2006 hinaus eine Zukunft. Eine Insolvenz hätte fatale Folgen für die sächsische Vereinslandschaft: Der RosaLinde Leipzig e.V. ist der Verein, der sich für die Belange von Lesben, Schwule, Bisexuellen und Transgendern engagiert. Das soziokulturelle Zentrum stellt die einzige Beratungs- und Kontaktmöglichkeit zum Thema sexuelle Identität in der Region dar.

"Auch darüber hinaus ist das Angebot vielfältig. Wir bieten ein Informationscafé, vielfältige kulturelle Angebote sowie einen geschützten Raum", so Pressesprecherin Vera Ohlendorf, "außerdem vertreten wir die Interessen unserer Zielgruppen durch politische Öffentlichkeitsarbeit."

Der RosaLinde Leipzig e.V. leistet seine vielfältige Arbeit und sein breit gefächertes Angebot bereits jetzt zu über 90% auf ehrenamtlicher Basis. Hinter dieser Zahl verbirgt sich ein pädagogisches Konzept, das einen wichtigen Beitrag zur schwul-lesbischen Emanzipation leistet.

Die wichtige Arbeit kann nun nur durch Unterstützung von außen weitergeführt werden. Deshalb bittet die RosaLinde um die Spenden unserer Leser

Spendenkonto
Konto: 070 369 9101
BLZ: 860 800 00 bei Dresdner Bank Leipzig
Betreff: Spende gemäß Moratorium
Kontoinhaber: Rechtsanwälte Hammer und Rauh wegen Rosa Linde

RosaLinde von Insolvenz bedroht