Am 17. November geht die Ära des RosaLinde e.V. in die nächste Runde. Das Leipziger Schwulen- und Lesbenzentrum zieht in seine neuen Räumlichkeiten in der Langen Straße 11 im Zentrum Ost.

Nachdem der Traditionsverein 2006 aufgrund wirtschaftlicher Probleme die im Zentrum gelegenen Räume am Brühl verlassen mußte und im Werk II ein Interimsquartier bezog, suchten die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Vereins nach einer passenden neuen Lokalität. Diese wurde nun gefunden und nun werden alle Mitglieder, Freunde und Mäzene des Vereins herzlich zur Neueröffnung eingeladen. Ab 18 Uhr begrüßt die RosaLinde alle Gäste beim Sektempfang. Bevor der Sturm auf das Büffet freigegeben wird, hält Frau Kathrin Darlatt, Beauftragte für gleichgeschlechtliche Lebensweisen in der Stadt Leipzig, die Eröffnungsrede. Danach stellen sich Verein und Selbsthilfegruppen, die zur RosaLinde gehören, vor. Während des Abends stehen alle Räumlichkeiten zur Besichtigung offen.

blu sprach mit Vorstandsmitglied Thomas Gerschau.

blu: Glückwunsch zu den neuen Räumlichkeiten. Was dürfen Lesben und Schwule von ihrem neuen Zentrum erwarten?

Thomas: Als erstes wird jeder, der die neuen Räume betritt, sofort merken, daß eine Fortsetzung der "Linde-Zeiten" vom Brühl zurzeit nicht möglich und auch nicht geplant ist. Der Verein hatte gerade in der letzten Zeit stark mit Mitglieder- und Ehrenamtlerrückgang zu kämpfen und ist deshalb zu dem Schluß gekommen, ein großes Café mit Disko nicht wieder auf die Beine stellen zu können. Wir wollten allerdings schon eine Veränderung und haben uns daher für die Langestraße 11 entschieden. Hier ist Platz für einen Aufenthaltsraum für die Gäste, einen separaten Gruppen- und/oder Kinoraum sowie die Büros des Vorstands und der Sozialpädagogin. Man wird sich hier besser denn je über die Leipziger Szene informieren können und es wird auch weiterhin ausgewählte kulturelle Veranstaltungen wie Kino, Lesungen, Spieleabende und Workshops geben. Tanzveranstaltungen werden aber in externen, angemieteten Räumlichkeiten stattfinden müssen.

blu: Sind die wirtschaftlichen Probleme des vergangenen Jahres endgültig überwunden?

Thomas: In der Tat sind wir wirtschaftlich wieder stabil. Wir sind froh, die Altlasten und Schulden ehemaliger Vorstände abgearbeitet zu haben und können nun wieder hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Die Kosten der neuen Räumlichkeiten können bei gleich bleibender Förderungslage auch langfristig von den Fördergeldern der Stadt gedeckt werden. Der Erhalt des Cafés hängt also nicht davon ab, ob auch jeden Tag genug Gäste kommen und man kann sich daher wieder mehr um Beratungsarbeit, kulturelle Veranstaltungen und das Informationscafé kümmern.

Neustart: RosaLinde