2. Podiumsdiskussion in Dresden

Auch in diesem Sommer konnte man wieder die Schlagzeile lesen: "Das Blut wird knapp" gefolgt von der Aufforderung, Blut spenden zu gehen und damit Leben zu retten. Auch der eine oder andere Schwule wollte sicher in bester Absicht zur Blutspende gehen. In einem Fragebogen muß man aber zuvor einige Angaben machen, unter anderem ist zu beantworten, ob man Sex mit Männern hat oder hatte. Wer hier ehrlich ein JA einträgt, muß wieder nach Hause gehen, denn schwules Blut ist nicht erwünscht.

So will es das Transfusionsgesetz bzw. die Ausführungsbestimmungen, welche durch die einzelnen Bundesländer erlassen werden. Die Ausschlußkriterien wurden in Sachsen und Bayern deutlich härter gefaßt als anderswo. Die letzte Entscheidung, wer zugelassen wird, trifft der Arzt der Einrichtung dann nach eigenem Ermessen. "Das kann irgendwo nicht richtig sein", sagt Mathias Semm von den Schwusos, der im September zur 2. Podiumsdiskussion zu diesem Thema einlädt. Interessierte widmen sich am 28. September um 19:30 Uhr in der "Genossenschaft" (Prießnitzstraße 20 in Dresden) der Frage, warum homosexuelle Männer von der Blutspende ausgeschlossen werden, obwohl doch eigentlich jede Blutspende in den Kliniken dringend gebraucht wird.

Das Podium ist hochkarätig besetzt: Frau Dr. Marlies Volkmer (MdB, Dresden) wird einen Blick auf die Bundespolitik werfen. Frau Dr. Ute Libscher (Halle/Dresden) ist bis heute die Leiterin des Instituts für Bluttransfusion beim DRK Ost. Herr Marcel Dörrer (Halle) ist Rechtsanwalt für Straf- und Familienrecht in Halle (Saale) und vertritt die Schwusos Halle. Außerdem wird Herr Matthias Schwager (Dresden) von der AIDS-Hilfe dem Podium beiwohnen und auf die Aspekte der AIDS-Problematik in Zusammenhang mit den Fragen der Blutspende für Homosexuelle eingehen.

Moderiert wird das Ganze von Herrn Gerriet Schröder (Magdeburg). Er ist gesundheitspolitischer Referent der AOK Sachsen-Anhalt.

Diskussion zum Thema Blutspenden
28. September, 19:30 Uhr
"Genossenschaft"
Prießnitzstraße 20, Dresden