Wie alles begann

1986 in der Buschallee

Der VEB Großküchen Berlin betrieb 21 Mehrzweckgaststätten (MZG), um Schüler zu verpflegen. Von 19 bis 1 Uhr wurden sie für Tanzveranstaltungen genutzt. Conny Bergholz arbeitete zu dieser Zeit in der MZG Thomas-Mann-Straße.

1986 übernahm sie die MZG Buschallee und staunt nicht schlecht, als sie um 19 Uhr die Türen zur Jungenddisko aufschloss: Ihr standen etwa 200 junge Schwule gegenüber. Mitten zwischen orange gestrichenen Hochhäusern lag die einzige Schwulen- und Lesbendisco der DDR.

Anfangs wurde es Conny von allen Seiten schwer gemacht, als einzige Frau hinterm Tresen in einem nach außen hin als Jugenddisko betriebenen Schwulenclub. Doch bald schon schlossen sie alle in ihr Herz. Nicht selten fing sie vorn an der Tür Stasi-Beamte ab und verwickeltet sie in Gespräche, damit "ihre Männer" hinten ungestört sein konnten, der Stasi zumindest fielen die vielen Schwulen nicht auf.

Unter den Gästen waren auch viele Wessies, die für wenig Eintritt ihre Erfahrungen mit dem Osten machen konnten.

Um sich auch mal mit einer Frau unterhalten zu können, stellt Conny die erste Kellnerin ein. Im Nachhinein könnte man dies wohl als Beginn der schwul-lesbischen Berliner-Party-Kultur betrachten, wenn man dies so will.

Die Wende

Der Chef des VEB Großküchen Berlin kündigte alle MZGs. Conny macht sich für "ihre Gäste" stark, der Weißenseer Bürgermeister Schilling versprach sich einzusetzen. Schließlich demonstrieren etwa 500 Gäste für ihre Wirtin, sogar die aktuelle Kamera berichtete darüber.

1992 im Narva-Club

Conny macht sich selbstständig und findet schließlich eine Location im ehemaligen Narva-Club, unter den S-Bahn-Bögen am Warschauer Platz. Etwa 900 Gäste feiern mit ihr die Eröffnung der neuen Disko. Jedoch kündigt die Bahn, die als Vermieterin den Bahnhof Warschauer Straße ausbauen möchte, schon nach einem halben Jahr den Mietvertrag. Schon wieder geht die Suche weiter. Die Räume stehen noch zwei Jahre leer, bevor der Bahnhofsumbau endlich beginnt.

Connys Veranstaltung wird zur berühmtesten schwul-lesbischen Disko Deutschlands.

1993 in der Mühlenstraße

Der Umzug in die Mühlenstraße wirbelt so einiges durcheinander. Direkt an die neue Location grenzt ein Obdachlosenheim. Ärger ist vorprogrammiert und als schließlich Flaschen nach den Gästen fliegen, greift Conny ein. Die Bewohner erhalten von nun an, z.B. auf den legendären Hoffesten, Würste und Bier. Fortan lebt man im friedlichen Einklang.

Die größte schwul/lesbische Disko Deutschlands wird auch von vielen Prominenten besucht, so verkehren z.B. Udo Walz, Alfred Biolek, der Modezar Harald Glöckler und in den späteren Jahren auch Stars aus "Gute Zeiten, Schlechte Zeiten".

Herr Lehmann und Herr Krause von der Tür werden zu Ansprechpartnern der Szene, bis heute bleiben sie wohl unvergessen. Die Stimmung ist legendär, das Gefühl einer Familienzugehörigkeit taucht auf. Conny steht selbst noch hinterm Tresen und als Lebensgefühl beschreibt wohl "We are family" die Zeit wohl am besten.

Conny stellt 1993 auch ihre Schwester Carla ein, gemeinsam sind sie für ihre Gäste da.

2001 eröffnen sie dann zusammen einen kleinen Ableger am Warschauer Platz, um auch Frühstück und Speisen anbieten zu könnten.

2004 am Warschauer Platz

Der alte Standort muss weichen. Die Anschütz-Arena soll kommen. Nur wenige 100 Meter weiter, gegenüber der "East Side Gallery" wird in neuer Location wieder eröffnet. Conny bleibt sich selbst treu und ist inzwischen schon längst zu einer Art Institution geworden!

Der kleine Ableger und das große Original sind nun unter einem Dach vereint.

Conny zieht sich nach beinahe zwei Jahrzehnten aus dem Tagesgeschäft zurück und übernimmt neben der Organisation auch die Buchführung. Conny macht ihre Schwester Carla im August 2004 offiziell zur Mitinhaberin der Disko.

2006 vorläufiges Ende

Am 07.07.2006 kündigt der Vermieter die Räume - und dies ohne Begründung. Doch dem noch nicht genug, am 12.07.2006 kündigt Carla den GbR-Vertrag und meldet ihr Gewerbe ab. Dies ist das offizielle Ende der von Conny gegründeten Legende.

Den Mietvertrag und das Gewerbe übernimmt Jens Birke, ein ehemaliger Angestellter und führt die Location als "HausB" weiter. Eine gegen Conny erlassene einstweilige Verfügung verbietet es ihr nun den alteingeführten Namen für eine Diskothek zu benutzen.

Conny steht vor einem Neuanfang und macht sich wieder einmal auf die Suche nach einer geeigneten Location.

2006 Conny's Funkbusch

Conny gibt nicht auf. Sie will unbedingt weiter machen, dieses Mal alleine. Sie findet im ehemaligen Kino "Kosmos" einen geeigneten Platz und feiert am 18.08.2006 den ersten Event unter dem gewohnten Namen. Leider verbietet es ihr inzwischen eine einstweilige Verfügung, weitere Parties unter dem von ihr begründeten Namen zu veranstalten. So entstanden die "Funkbusch"-Partys.

Die Partys stehen immer unter einem Motto. So gab es schon die "Be-A-Star"-, "Fessel-Mich"-, "Magic-Xmas"- oder "Casino-Royal"-Party. In Berlin finden sie an jedem 4. Freitag im Monat im Kosmos, Karl-Marx-Allee 131a in Friedrichshain, statt. Das ehemalige Kino bietet mit seinen riesigen Sälen und drei Dancefloors für gut 2.000 Schwule, Lesben und ihre Freunde Platz. Prominentester Gast war wohl Klaus Wowereit der auf der Magic-Xmas-Party mitfeierte.

Am 11. Mai ist es endlich soweit. Conny und Team machen sich auf und feiern an jedem 2. Freitag im Monat auch in Leipzig. Mit dabei sind natürlich Conny selbst, unsere Grand Dame Cristal Coke's, die Berliner-Glamour-Drag-Crew, unsere DJ's Marcel db, Christal Coke's, DJ_Gentleman_S und die TwentyOne-Residents.

Die Party steht unter dem Motto "Grand-Opening - Berlin-Star-Party". Bist DU der Star der Nacht? Bei der großen "Be-A-Star"-Wahl wählen die Gäste selbst ihren Star der Nacht, mehr soll noch nicht verraten werden.

Es wird eine Schlangenanimation geben - hautnah - zum Anfassen und eine Feuershow von Berliner Feuerkünstlern. Natürlich kommen auch die Berliner Drag Queens mit. Terrél Woodbury singt als Showact live und im Original. Einlass ist für diese Party bereits ab 18 Jahren!

Die nächste Berliner Party ist dann am 25. Mai und hat das Motto "Pornostar, Superstar ... alle da! - Popp dir die Party!"

Conny's Funkbusch