20 Jahre RosaLinde

Im November feierte die RosaLinde Leipzig ein großes rundes Jubiläum, denn es gibt sie seit nunmehr 20 Jahren ganz offiziell. Genau am 17. November 1988 erlaubten die damaligen Machthaber nach langem K(r)ampf die Gründung der RosaLinde im Haus der Volkskunst in Lindenau.

Die Anfänge waren eher bescheiden, jedoch waren sie ein großer Fortschritt in den letzten Atemzügen der DDR. Durch die Wende 1989/90 wurde aus dem FDJ-Klub ein eingetragener Verein. In den Folgejahren entwickelte sich dieser mehr und mehr zu einem Kult, Ende der 90er Jahre erlebte die RosaLinde ihre (vorerst) besten Zeiten. Die Partys waren brechend voll und wurden, so wie der SisterAct und die samstägliche "RosaLibre"-Party zur Legende. Auch die Kulturschaffenden der Republik gaben sich die Klinke in die Hand.

Doch nach dieser "Hoch"-Zeit ging es leider abwärts. Auch der Umzug Anfang 2001 in die Räumlichkeiten in der Innenstadt am Brühl konnten diesen Trend nur kurz durchbrechen. Mit der Zeit schlichen sich Finanzprobleme ein, die ihren Höhepunkt im Jahr 2006 hatten. Nur durch das radikale und beherzte Eingreifen des Vorstands und der Unterstützung von engagierten Bürgern und Politikern konnte der Untergang vermieden und die Finanzlage verbessert werden. Nach einem Jahr der Abstinenz konnte im November 2007 das neue Domizil in der Langen Straße 11 im Graphischen Viertel bezogen werden.

Auch der Charakter hat sich über die Zeit stark gewandelt. Viele kennen die RosaLinde noch als fast reinen kulturell orientierten Verein. In den vergangenen Jahren wandte sich der Verein jedoch, auch aufgrund leerer öffentlicher Kassen, immer mehr den sozialen Aspekten zu. So ist die RosaLinde heute eine Beratungs- und Begegnungsstätte für Schwule, Lesben, Bisexuelle, Transgender und alle anderen. Neben Selbsthilfegruppen zu den vielfältigsten Problemen (Jugend, Coming out, Frauen, Ältere, Transgender, Schwule und Lesben mit Kindern oder Kinderwunsch etc.) und kulturellen Angeboten, wie den Filmklub oder die LesBiSchwulen Büchernächte, bietet die RosaLinde Raum für eigene Ideen, egal ob Kulturelles, Party oder soziale Belange. In den neuen, gemütlichen Räumen kann man entspannen, Freunde treffen, aber sich auch Rat bei der Sozialberaterin Kathrin Schultz einholen.

Der Umzug im letzten Jahr führte neben den genannten konzeptionellen Änderungen zu einer Verbesserung der Gesamtlage. So kann der Verein in eine rosigere Zukunft sehen. Die Aufgaben der nächsten Jahre sind die Manifestierung der Sozialarbeit im Verein, die bessere Vernetzung mit den LSBT-Strukturen der Region und perspektivisch auch der Umzug an einen zentraleren Standort. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Da der Verein vorwiegend ehrenamtlich geführt wird, ist er auf engagierte Freiwillige angewiesen. Leute, die Lust auf Mitarbeit haben, können gerne in der RosaLinde vorbeischauen oder eine eMail an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. senden.

Meilensteine

  • 1987 - AktivistInnen sammeln sich
  • November 1988 - Gründung der AG "RosaLinde" am Jugendklub "Phönix" im Haus der Volkskunst
  • September 1990 - Vereinsgründung
  • 1993-1995 Interimsquartier in der "Villa"
  • 1997-1999 Legendäre Partys (Sisteract, RosaLibre) und Kleinkunst am Lindenauer Markt
  • Dezember 2000 - Abschied vom Haus der Volkskunst
  • März 2001 - Neuanfang in der Innenstadt
  • ab 2004 - Finanzielle und konzeptionelle Probleme
  • August 2006 - Schließung der RosaLinde am Brühl/Bezug Interimsquartier im Werk II
  • November 2007 - Neueröffnung der RosaLinde im Graphischen Viertel
  • November 2008 - Die RosaLinde wird 20
Jubiläum