Die EKAF- Empfehlungen und ihre Folgen

HIV-positiv, aber nicht ansteckend? Vorreiter dieser nicht ganz neuen Gedankenanstöße war Anfang 2008 die schweizerische Eidgenössische Kommission für AIDS-Fragen, kurz EKAF. Sie veröffentlichte eine Empfehlung, die für erhebliches Aufsehen sorgte. Zusammengefaßt bedeuten die Ergebnisse, daß eine HIV-positive Person, die sich in einer ärztlich begleiteten antiretroviralen Therapie befindet, deren Viruslast seit sechs Monaten unter der Nachweisgrenze liegt und eine andere sexuell übertragbare Krankheit ausgeschlossen ist, das HI-Virus nicht weitergibt.

Der Vorstand und die Mitarbeiter des AIDS-Hilfe Dresden e.V. erkannten neben vielen weiteren Bundesverbänden die Notwendigkeit, die einzelnen Voraussetzungen der Schweizer tiefer zu diskutieren. Am 24. September trafen sich Vertreter verschiedener Institutionen und Interessierte zu einem regen Informationsaustausch um die Thematik der Nichtinfektiosität trotz eines HIV-positiven Serostatuses.

Nach einem Impulsreferat durch den Medizinreferent der Deutschen AIDS-Hilfe, Herrn Armin Scharfberger, berichtete Frau Dr. Spornraft-Ragaller von ihren Erfahrungen in der HIV-Sprechstunde und den Schwierigkeiten bei der praktischen Umsetzung der schweizerischen Empfehlungen. Anschließend begann das Publikum sich im vollbesetzten Herbert-Wehner-Bildungswerk Dresden mit den Podiumsgästen auszutauschen.

Als Resümee des Abends faßte Uwe Tüffers (AIDS-Hilfe Dresden) die Diskussion wie folgt kurz und knapp zusammen: "Sexuell übertragbare Krankheiten vermeidende Instrumente, sei es nun die mechanische Variante, also das Kondom, oder medizinische, wie die antiretrovirale Medikation, dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Eine selbstbestimmte und selbstbewußte Sexualität ist nicht mithilfe von Tabletten zu ersetzen. Trotz großer Fortschritte kann und soll eine Therapie nicht ein Ersatz für Eigenverantwortung sein. Zudem sind die Ergebnisse vorerst nur 100-prozentig im heterosexuellen Bereich anwendbar. Weitere wissenschaftliche Forschungsprojekte müssen die Wissenslücken mit der Zeit füllen."

AHD

HIV-positiv, aber nicht ansteckend?