Im Team und an den Wänden

Die AIDS-Hilfe Dresden e.V. hat nach 10 Jahren auf dem Bischofsweg ihren Räumlichkeiten einen neuen Anstrich gegönnt. Neben der Aufarbeitung des Bodens, dem Weißen der Wände und der Umgestaltung der Räume, hat sich auch im Team einiges verändert.

Zweieinhalb Mitarbeiter und eine Verwaltungsangestellte kümmern sich nun um alle Fragen zu HIV und AIDS sowie um die Beratung und Begleitung HIV-positiver Menschen. Zweieinhalb bedeutet, eine Vierzig- und zwei Dreißig-Stunden Stellen. Nach nun circa einhundert Tagen in dieser neuen Konstellation sollen die neu hinzugekommenen Mitarbeiter Sabine von der Lieth und Christian Willno selbst zu Wort kommen:

blu: Hallo Sabine, gib uns doch kurz ein paar Details zu Deinem beruflichen Werdegang.

Sabine: Ich arbeite seit fast fünfzehn Jahren als Diplom Sozialpädagogin (FH). In diesen Jahren konnte ich viel Lebens- und Berufserfahrung sammeln und freue mich sehr darüber, nun in diesem wichtigen und interessanten Bereich arbeiten zu können. Ganz unbekannt war mir die AIDS-Hilfe nie, bereits seit 2003 bin ich ihr als ehrenamtliche Mitarbeiterin verbunden. Zudem habe ich in den vergangenen drei Jahren in dem Qualifizierungsprojekt e-werk der AIDS-Hilfe Dresden als Dozentin und Beraterin gearbeitet.

blu: Christian, durch Deine Tätigkeit als Freiwilligenkoordinator konntest Du bereits Einblicke in die Arbeit der AIDS-Hilfe sammeln. Welche Möglichkeiten siehst Du in der neuen Zusammensetzung des Teams?

Christian: Die Herausforderung vom Status einer Honorarkraft in die Rolle eines hauptamtlichen Mitarbeiters zu wechseln, brachte für mich einen Perspektivwechsel mit sich. Sicherlich kannte ich die Strukturen der AIDS-Hilfe Dresden gut, jedoch verschärft sich der Blick, wenn es zum täglichen Geschäft gehört, sich für die Belange der AIDS-Hilfe einzusetzen. Gerade meine Mitarbeit bei der bundesweiten Telefonberatung, einem Projekt regionaler AIDS-Hilfen und Deutscher AIDS-Hilfe, welches am 1. Oktober startet, stellt mich vor neue Herausforderungen.

blu: Sabine, hat sich etwas verändert seitdem im BeraterInnen-Team der AIDS-Hilfe auch eine Frau mitarbeitet?

Sabine: Oh, hmm, das ist eine etwas schwierige Frage, denn ich kann ja nicht wissen, wie die Arbeit sich gestaltet hat, ehe ich hier begann. Für unsere weiblichen Klienten ist es ganz sicher ein Vorteil, hier auch eine Frau als Ansprechpartnerin zu haben und auch in der Paarberatung ist es manchmal sehr hilfreich, wenn diese von einem Berater und einer Beraterin durchgeführt werden. Und sicherlich trage ich auch in Beratungen und Diskussionen im Team eine etwas andere Sichtweise hinein oder werfe Fragen auf, die meine weibliche Welt im Hintergrund haben. Mir macht das viel Spaß und gerade durch unsere ganz unterschiedlichen Fähigkeiten, Überlegungen und Fragen wird unsere Arbeit lebendig, aktuell und wir ergänzen uns prima.

blu: Christian, wie schätzet Du diese neue Teamzusammensetzung ein?

Christian: Ich kann und möchte meiner Kollegin hier nur zustimmen. Da ich beide Situationen miterleben konnte, weiß ich um die jeweiligen Vorzüge. Sabine ist vor allem eine Bereicherung, wenn es darum geht, über den Tellerrand zu schauen und die Arbeit der AIDS-Hilfe einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Zudem macht es viel Spaß, mit ihr zusammen zu arbeiten.

blu bedankt sich für das Interview und möchte auf die neue bundesweite Telefonberatungsnummer hinweisen. Ab dem 1. Oktober ist die 0180-33 19411 (9 Cent/min, mobil ggf. abweichend) montags bis freitags von 9 bis 21 Uhr und sonntags von 12 bis 14 Uhr erreichbar. Bereits gestartet ist die bundesweite eMail-Beratung, mehr Infos unter www.aidshilfe-beratung.de

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