Der Christopher-Street-Day in Leipzig fällt sicher ins Wasser, dachte man noch am Vormittag des CSD-Samstags mit kritischem Blick auf den wolkenverhangenen Himmel. Aber Petrus schien schließlich doch ein Einsehen zu haben, und so blieb es den ganzen Nachmittag trocken, zum Schluß durften die Straßenfestbesucher sogar ein paar Sonnenstrahlen einfangen.

Die Demonstration und das Straßenfest am 12. Juli waren gleichzeitig Höhepunkt und Abschluß einer ereignisreichen CSD-Woche mit zahlreichen Veranstaltungen, die unter dem Motto "Wir sind Familie!" stand. Mehrere hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer versammelten sich kurz vor 14 Uhr auf dem Nikolaikirchplatz, von wo sich der Demonstrationszug wenig später in Bewegung setzte. Darunter waren auch einige Politikerinnen und Politiker, die das Transparent mit dem CSD-Motto dem Zug vorantrugen. Zu Fuß bahnte sich die Demo den Weg durch die Leipziger City, nur begleitet vom Infomobil der AIDS-Hilfe Leipzig. Große Wagen und Dauerbeschallung mit Discorhythmen fehlten, aber trotzdem war der Umzug keineswegs leise. Die Teilnehmer sorgten selbst für Stimmung und machten den Leipziger CSD zu einer politischen Demonstration, so ganz anders im Vergleich zu den Party-CSD-Umzügen in Köln oder Berlin. An mehreren Stellen stoppte der Korso für kurze Ansprachen und politische Statements, so zum Beispiel vor dem früheren New Orleans oder dem Rathaus, bevor der Ausgangs- und zugleich Zielpunkt der Demo auf dem Nikolaikirchplatz wieder erreicht wurde.

Hier hatten zahlreiche Organisationen, Parteien und Vereine ihre Infostände aufgebaut. Auf der Bühne gab es ein kurzweiliges Programm zu erleben, wobei hier Unterhaltung und politischer Anspruch nicht zu kurz kamen. Am Abend feierten über tausend Menschen bei der offiziellen Abschlußparty, dem "Prideball" in der Kongreßhalle am Zoo bis in den frühen Morgen.

CSD in Leipzig