Statements der AHD zu aktuellen Fragen

In der blu Juni-Ausgabe wurde über eine Veröffentlichung der Eidgenössischen Kommission für AIDS-Fragen des Schweizerischen Bundesgesundheitsamtes berichtet, die besagt, daß HIV-Positive unter gewissen Umständen nicht mehr infektiös seien. Die Diskussionen in der Fachwelt reißen darüber nicht ab: es werden kritische Fragen zur wissenschaftlichen Überprüfbarkeit gestellt, man setzt sich mit Übertragungswahrscheinlichkeiten auseinander, hinterfragt die Rolle von weiteren STD (sexuell übertragbaren Krankheiten) bei der HIV-Übertragung und diskutiert die akuten und noch nicht identifizierten HIV-Infektion als "Motor der Epidemie". Die Deutsche AIDS-Hilfe wie auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und das Robert-Koch-Institut bisher haben bisher noch keine Stellungnahme abgegeben, die dem aktuellen Stand der Erkenntnisse der Wissenschaft Rechnung trägt und konkrete Folgerungen für die Präventionsarbeit enthält.

Die AIDS-Hilfe Dresden wird im September eine Diskussionsveranstaltung zum Thema "Die Rolle der Senkung der Viruslast unter die Nachweisgrenze durch die antiretroviralen Therapien (ART)" durchführen - der Termin wird im nächsten blu Magazin veröffentlicht.

Die Michael-Stich-Stiftung, deren Hauptziel es ist, HIV-infizierten Kindern ein Lachen zu schenken, hatte vor kurzem in 10 deutschen Städten, darunter auch in Dresden, mit der Firma JC Deceaux ihre neue Aufklärungskampagne an Haltestellen plakatiert. Dabei dürfte den Müttern das Lachen kräftig vergangen sein, denn sie werden darin als Überbringerin des Todesurteils dargestellt. Die AIDS-Hilfe Dresden hat, wie sie mitteilt, gegen diese Art der Aufmerksamkeitserheischung (im Übrigen mit falschen Zahlenangaben) protestiert - die Antworten der Beteiligten lassen jedoch darauf schließen, daß man an dieser Art der Angstmache, der Schuldzuschreibung und Diskriminierung der Mütter nichts Anstößiges finden kann. Die AIDS-Hilfe Dresden bedauert das.

Die Beratungsstelle der Aids-Hilfe Dresden ist vom 1. bis 8. August wegen Renovierungsarbeiten geschlossen; Telefon- und eMail-Beratung sind davon nicht betroffen.

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