Dresden spendet für HIV-infizierte Waisenkinder in Indien

Am 1. Dezember ist Welt-AIDS-Tag. Die AIDS-Hilfe Dresden e.V. und die Beratungsstelle für AIDS und sexuell übertragbare Krankheiten im Gesundheitsamt führen aus diesem Anlass wieder ihre traditionelle Straßenaktion durch, in diesem Jahr unter dem Motto "Die süße Seite des Lebens". Mit ihrem roten Zelt sind sie am 30. November und 1. Dezember direkt am Goldenen Reiter zu finden. Mit einem Kuchenbasar, einer Luftballonaktion und einer "Lebenden Jukebox" wird auf das immer noch aktuelle Thema AIDS aufmerksam gemacht. Dabei gibt es auch ein Gewinnspiel. Die bei den Aktionen eingenommenen Spenden kommen in diesem Jahr einem Kinderheim in New Delhi in Indien zugute.

AIDS ist in vielen Teilen der Welt ein unvorstellbares Problem mit tausenden Einzelschicksalen. Und nicht nur zahlreiche Erwachsene, auch viele Kinder sind von AIDS betroffen. Deshalb wendet sich die AHD in diesem Jahr einem konkreten Projekt in Indien zu, das Straßenkindern hilft, die von AIDS betroffen sind. Ein Kinderheim in New Delhi kümmert sich um die Versorgung und Schulbildung HIV-infizierter Kinder. Die Organisation, die das Kinderheim betreibt, ist der NAZ Foundation (India) Trust. Der in Dresden beheimatete Friends of NAZ Germany e.V. ist ein Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, das Kinderheim in New Delhi zu unterstützen. Er garantiert auch, dass die Spenden zu 100% bei dem Projekt ankommen.

Um ein Beispiel aufzuzeigen, worum es geht: Im Mai 2009 kam der 16jährige Manu in das Heim. Manus Eltern starben 2008 an AIDS. Im Januar 2009 nahm eine indische Organisation die nicht infizierten Geschwister auf - ließ Manu jedoch zurück. Nachbarn und Familienmitglieder vermieden direkten Kontakt und reichten ihm Nahrung lediglich durchs Fenster. Glücklicherweise wurde ein Journalist auf Manus Schicksal aufmerksam und informierte NAZ; er konnte noch am selben Tag aufgenommen werden. Als er gefunden wurde, war er in Decken gehüllt; fiebrig zitternd, trotz einer Außentemperatur von 40°C. Er war verwahrlost und konnte sich nicht erinnern, wann er zuletzt gegessen hatte. Er war gefährlich unterernährt und litt an verschiedenen Infektionen. Das Zimmer hatte er seit drei Monaten nicht verlassen. Ob er sein Trauma wirklich überwindet, ist ungewiss; bei NAZ fand er jedoch ein liebevolles Zuhause mit sämtlicher wichtiger Versorgung.

Doch AIDS ist auch ein Thema in Dresden. Im Gesundheitsamt gab es 2009 wieder mehr positive HIV-Tests. Auch andere sexuell übertragbare Krankheiten, wie Syphilis, Tripper und Chlamydien, wurden vermehrt festgestellt. AIDS nimmt dabei weiterhin eine besondere Stellung ein, weil die HIV-Infektion nicht heilbar ist.

AHD/my

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