Im Rahmen eines Wahlforums im Elisabeth-Gymnasium in Halle/Saale äußerte sich Dr. C. Bergner, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium zu einer Studie, die eine viermal höhere Suizidrate unter homosexuellen Jugendlichen feststellte. Bergner, der von 1993-94 Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt war, führte dies auf eine "massive Persönlichkeitsstörung" bei den homosexuellen Jugendlichen zurück.

Hendrik Lange, Vorsitzender des BBZ "lebensart" e.V., bezeichnet die Äußerungen von Dr. Bergner als skandalöse Entgleisung: "Bergner verkennt die Probleme homosexueller Jugendlicher in der Phase des Coming Out und bezeichnet Homosexuelle als gestörte Persönlichkeiten! Eine solche Äußerung einer Person mit herausragender politischer Stellung ist auch mit Blick auf die Bemühungen, gerade bei Jugendlichen für Akzeptanz zu werben, fatal. Homosexuellen eine 'massive Persönlichkeitsstörung' zu unterstellen, ist eine Ansicht aus dem letzten Jahrhundert. Zudem verkennt Bergner das Wirken von Intoleranz in der Gesellschaft, welche homosexuelle Jugendliche zu Verzweiflungstaten drängt." Das BBZ fordert deshalb eine offizielle Entschuldigung von Dr. Bergner.

Das Begegnungs- und Beratungszentrum "lebensart" setzt sich seit 1990 für Akzeptanz von sexuellen Minderheiten in der Gesellschaft ein. Unter anderem klären Aktionsformen wie der Christopher-Street-Day aber auch das Bildungsprojekt an den Schulen in Halle hierzu auf.

Entgleisung beim Wahlforum