No No No!-Veranstalter Zacker

Im Oktober startet unter dem Motto "Our Flag is Pop" eine neue Auflage der "No No No!" Partyreihe. Veranstalter Zacker ist seit mehreren Jahren mit dieser queeren Veranstaltung erfolgreich, die bewusst etwas kleiner und als Alternative zum üblichen Regenbogen-Mainstream auftritt. Wir trafen Zacker zu einem kurzen Gespräch.

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Du bist der Veranstalter der queeren Partyreihe "No No No!". Worum geht's und warum die mehrfache Verneinung im Namen?

Es geht in erster Linie um gute Musik. Indie, Elektro, Pop, Punk: von Patrick Wolf, Ladyhawke, The Knife, hin zu Morrissey, Yelle oder Hercules and Love Affair. Es ist damit eine Alternative zum Regenbogen-Kitsch. Zum anderen gibt es auch einen großen queeren Kontext. No No No! ist ein Schlagwort, eine kleine Trotzreaktion: "Nein, Nein, Nein - das bin ich eben genau nicht!". Es geht um das Lösen von festgefahrenen Denkmustern im Bezug auf sexuelle Identität und die Aufhebung starrer Rollenbilder.

Du sagst, bei der Party interessiert sich keiner für eingefahrene Normen und Geschlechterrollen, während das gesellschaftliche Leben meist definierte Rollenbilder vorgibt. Wie lösen sich diese Grenzen auf?

Das passiert zuallererst durch die Einstellung der Gäste selbst. Die meisten Besucher/Innen wissen um den Background der Party: hier können alle sein, wie sie mögen. Es geht jedoch nicht um schrille Outfits, sondern um einen selbstverständlichen Umgang mit Identität. Homo, Hetero, Bi, Trans sind Begriffe, die sicherlich Halt und Orientierung bieten, aber es gibt noch so viel mehr - davor, danach, dazwischen. Meine Live-Acts und DJ/anes, meist selbst aktiv in der queeren (Sub)Kultur, tragen wiederum auf der Bühne ihren Teil dazu bei, diese Grenzen aufzuweichen.

Gibt es bei der Party Unisex-Toiletten?

Ja. Die Toiletten-Zeichen werden abgeklebt oder umbenannt - beispielsweise mit 'Bouygerhl' oder dem Gender-Sign von Künstler Genesis P-Orridge. Aber das muss jede/r für sich entscheiden, ob man es mag und in Anspruch nimmt. Am Ende entscheidet doch immer die kürzere Warteschlange, oder?

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit den Dresdner "queerbeats"?

Meine Auswahl an Acts und DJs hat immer einen persönlichen Hintergrund: oft sind es Freunde oder Künstler, die ich bereits länger kenne. So auch DJ Kean von "queerbeats". Die Indieparty schwimmt inhaltlich und vor allem musikalisch exakt auf meiner Wellenlänge und es lag deswegen nahe, die Dresdner DJ-Crew einzuladen. Indietronics alter und neuer Helden aus Großbritannien, Frankreich, Schweden und Co. - da muss man einfach tanzen!

Szene-Interview