Die HuK (Homosexuelle und Kirche) Chemnitz/Erzgebirge erklärt in einer Pressemitteilung, dass sie ab dem nächsten Jahr nicht mehr am CSD in Dresden teilnehmen wird.

Tom Haus, Regionalleiter der HuK, begründet dies mit der Nachlässigkeit seitens des CSD Dresden e.V. im Umgang mit den sächsischen Vereinen. Dabei werden nicht der gesamte CSD-Verein, sondern eher dessen Repräsentanten, d.h. der Vorstand, in den Fokus der Kritik gestellt. Insbesondere eine mangelhafte Kommunikation wird unterstellt. Tom Haus erklärt dazu: "Die Kommunikation ist eine Katastrophe: Es wird viel versprochen, aber wenig gehalten. Referenten wurden von manchen Vereinen 'angefordert' und sind teilweise wie der letzte Dreck behandelt worden. Versprochene Einweisungen gab es nicht. Man hat die Referenten beim Straßenfest einfach sich selbst überlassen und sie ohne versprochene Informationen ins kalte Wasser geworfen."

Auch die Standgebühren werden von der HuK als "nicht transparent" und "nicht nachvollziehbar" kritisiert: "Begründet wurden die Gebühren im Vorfeld mit Sondernutzungsgebühren an die Stadt. Irritiert, warum soziale Vereine Sondernutzungsgebühren an die Stadt abführen sollen, hakten wir nach. Die Stadt wusste von nichts. Also wollten wir eine Erklärung, eine Rechnung für die Buchhaltung und wurden deswegen vom CSD-Vorstand grundlos angegriffen."

Beanstandet wird von der HuK des Weiteren, dass der CSD in Dresden nur die schlimmsten Klischees bediene. Erinnert wird dabei an den Song "Besame mich, Macho" aus einem der vergangenen Jahre. In diesem Jahr steht der bundesweit präsente CSD-Sponsor Dildoking in der Kritik der HuK, da dieser vordergründig sexuelle Aspekte repräsentiere. "Mit solchen politischen Ambitionen werden wir nichts erreichen."

Für die HuK Chemnitz ist der CSD Dresden daher nutzlos geworden und wird sogar als kontraproduktiv eingeschätzt, da sich Gruppen und Vereine nicht ausreichend präsentieren könnten und auch die Bühne seit Jahren für die Vereine und deren Vertreter tabu sei, so Tom Haus. Aus all diesen Gründen wird die HuK Chemnitz/Erzgebirge in Zukunft nur noch in Leipzig dabei sein, denn "in Leipzig gibt es solche Probleme nicht. Alle werden gleichwertig beteiligt und niemand wird diffamiert. Andere Vereine werden eingebunden."

Kursiv: Zitate aus der Presseerklärung der HuK Chemnitz/Erzgebirge

HuK Chemnitz/Erzgebirge boykottiert CSD Dresden ab 2010