40 Jahre Stonewall

28.6.1969: Aufstand in der New Yorker Christopher Street nach gewaltsamer Polizeirazzia in der Bar "Stonewall Inn", tagelange Auseinandersetzungen zwischen Homosexuellen und der Polizei

29. April 1972 in Münster: erste größere Lesben- und Schwulendemonstration in der BRD

1979: erste CSD-Veranstaltungen in Deutschland unter diesem Namen in Berlin und Bremen

CSD 2002 in Köln (Europride): 1,2 Mio. Teilnehmer, damit der bisher größte CSD in Europa, mehr Teilnehmer als beim Rosenmontagsumzug

"Slavic Pride" 2009 in Moskau wird zeitgleich zum Eurovision Song Contest erneut illegal durchgeführt, in den letzten Jahren kam es zu gewaltsamen Übergriffen unter den Augen der Polizei

Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender sind in der heutigen Zeit weitgehend Bestandteil der Alltags- bzw. Popkultur, zumindest die Medien bedienen gern Klischees von Paradiesvögeln, Kampflesben und hysterischen Transen. Der Alltag sieht für viele Homosexuelle weniger bunt und übersteigert aus, Anpassung überwiegt vielerorts Emanzipation und persönliche Entfaltung.

Innerhalb der letzten vier Jahrzehnte hat sich in den freiheitlich-demokratischen Gesellschaften jedoch viel verändert, die einst rein politischen Protestzüge für Gleichberechtigung und gegen Unterdrückung sind häufig Paraden gewichen, in denen die farbenfrohe Demonstration von Selbstbewusstsein und Lebensfreude im Vordergrund stehen.

Beides hat seine Berechtigung, sollte sich jedoch die Waage halten, denn besonders in Hinblick auf die von Gewalt überschatteten Demonstrationen in Moskau, Warschau, Belgrad, Sofia und Brünn während der letzten Jahre, sollte klar sein, dass die Freiheit des anders Liebenden nicht selbstverständlich ist, solange der Mehrheit der Gesellschaft das Verständnis für alternative Lebensstile fehlt.

In den frühen Morgenstunden des 28. Juni 1969 erfolgte eine der damals üblichen gewalttätigen Polizeirazzien gegen Kneipen mit homosexuellem Zielpublikum. Doch diesmal schlugen Schwule und Transen zurück. Es begann vor der Bar "Stonewall Inn" in der New Yorker Christopher Street eine Straßenschlacht mit mehr als 200 Demonstranten, die noch tagelange Aufstände nach sich zog. Dieses Ereignis markiert den Anfangspunkt der Emanzipation von veralteten Ansichten und hat eine alljährliche Tradition von Pride-, Regenbogen- und CSD-Veranstaltungen in Gang gebracht, die auf der ganzen Welt das Selbstverständnis nach außen tragen, mit dem Schwule und Lesben sich öffentlich zu ihrer Individualität bekennen.

In der Bundesrepublik gibt es bereits seit den Siebziger-Jahren eine Tradition schwullesbischer Großveranstaltungen im Gedenken an diesen Aufstand, die größten davon in Köln und Berlin mit einer Ausstrahlung und Resonanz, die bereits den Karnevalsumzügen und Technoparaden gleichkommt. An den Wochenenden von April bis September finden dabei zeitversetzt in den größten deutschen Städten Straßenfeste, Umzüge und Informationsveranstaltungen statt, die meist ehrenamtlich von Vereinen organisiert und durchgeführt werden. Die diesjährige CSD-Saison ist eröffnet und alle Termine und alle Veranstaltungen im Osten Deutschlands findet Ihr nachfolgend.

mb

13.6. CSD Dresden

20./21.6. Berlin-Schöneberg, 17. Schwullesbisches Stadtfest - Europas größtes Lesbisch-schwules Stadtfest

27.6. CSD Berlin + Transgenialer CSD, Berlin-Kreuzberg

04.7. CSD Schwerin

11.7. CSD Leipzig

18.7. CSD Rostock

22.8. CSD Magdeburg

22.8. CSD Erfurt

05.9. SchwuLesBisches Straßenfest, Halle

Meilensteine