Vortrag & Film

Am 9. Juni findet im Thalia Kino (Görlitzer Straße 6, Dresden) eine Veranstaltung zum Thema "Schwulsein in der DDR und in der Wendezeit" statt, die um 19 Uhr beginnt.

Offiziell demonstrierte die DDR einen offenen Umgang mit Homosexualität. Bereits 1968 wurde der Verfolgungsparagraph 175 aus dem Strafgesetzbuch ersatzlos gestrichen worden. Doch der Verzicht auf strafrechtliche Sanktionen bedeutete nicht automatisch Toleranz gegenüber Lesben und Schwulen. Neben der Alltagsdiskriminierung waren sie zusätzlich noch einer Reihe von DDR-eigenen Formen der Unterdrückung und Überwachung durch Staat und Gesellschaft ausgesetzt. Dennoch formierte sich eine starke Bewegung für die Gleichberechtigung von Homosexuellen.

Eduard Stapel wird in seinem Vortrag auf die gesellschaftliche und psychosoziale Situation von Schwulen in den verschiedenen Phasen der DDR eingehen und die Entstehung der oppositionellen schwul-lesbischen Bürgerbewegung nachzeichnen. Er selbst ist Journalist und Theologe und seit 1981 Aktivist in der DDR- und BRD-Schwulenbewegung.

Im Anschluss wird der Film "Coming Out" von Heiner Carow gezeigt. Der preisgekrönte Film hatte seine Premiere am geschichtsträchtigen 9. November 1989 und war die erste DEFA-Produktion, die sich mit Homosexualität auseinandersetzte. Der Eintritt für den Film beträgt 2 Euro.

Vortrag
Schwulsein in der DDR und in der Wendezeit
9. Juni 2009, 19 Uhr Thalia Kino
Görlitzer Straße 6
Dresden-Neustadt

Schwulsein in der DDR