Saunen haben in der schwulen Subkultur eine lange Tradition. Ob zum "Herren"tag im Familiendampfbad oder schwuler Sauna mit Cruisingbereich, Männer, die Männer mögen, findet man überall. Der blu-Saunareporter hat sich umgesehen und stellt in dieser Serie interessante Badehäuser vor - in diesem Monat:

Outside Chemnitz

Wenn der Leser dieser Zeitschrift Chemnitz hört, dann fallen ihm als erstes sicher nicht die Möglichkeiten der "vielfältigen" Chemnitzer Szene ein, am ehesten weiß man über diese Stadt noch, dass die Rate der Neuansteckungen bei HIV in Sachsen im Bezirk Chemnitz am höchsten ist. Man kommt also nicht unbedingt auf die Idee, dass sich in dieser Stadt ein Kleinod in Sachen Sauna befindet, dennoch ist es so.

Die Anreise ist für jemanden, der mit den öffentlichen Verkehrsmitteln reist, nicht einfach. Immerhin gibt es tatsächlich eine Straßenbahn-Haltestelle, die den Namen der Straße trägt, in der sich die Sauna befindet. Nach einem etwas längeren Fußmarsch steht man dann vor einem schönen, alten Bürgerhaus, in dem sich die Sauna in den unteren beiden Geschossen befindet. Der erste positive Eindruck wird bestätigt, wenn man die Sauna erkundet. Die verwinkelten Gänge, die es aufgrund der Bauweise des Hauses zu erforschen gilt, machen die Jagd interessant. Alles ist auffallend sauber und vor allem hochwertig eingerichtet. Es gibt hier sogar einen Whirlpool, der die Kontaktaufnahme leichter macht. Die Trockensauna ist für denjenigen, der wirklich nur wegen der Saunafreuden hingeht, etwas klein geraten und um wirklich ins Schwitzen zu geraten, muss man schon eine Weile länger drin bleiben. Dafür ist die Dampfsauna um so opulenter und sehr großzügig in ihrer Ausgestaltung und hier drin empfindet man es dann schon eher als angenehm, dass es nicht zu warm ist.

Als Besonderheit, die man nicht in jeder Sauna findet, ist zu bemerken, dass es hier ein etwas reichhaltigeres Angebot an Speisen gibt als anderswo und dass der Kuchen sogar hausgemacht ist. Auch nicht ganz alltäglich ist, dass es einen festen Tag gibt, an dem Bisexuelle mit (oder auch ohne) ihre Freundinnen willkommen sind, ein Angebot, das unbedingt in den entsprechenden Kreisen bekannt gemacht werden sollte.

Darüber wie die Sauna üblicherweise vom Publikum angenommen wird, kann hier leider nichts gesagt werden, da der Verfasser das Pech hatte ausgerechnet am ersten wirklich warmen Tag des Jahres dort gewesen zu sein. Bleibt nur noch zu vermerken, dass auch in Chemnitz für Energie gezahlt werden muss und offensichtlich nicht weniger als in anderen sächsischen Städten, weshalb die Sauna nicht durch besonders günstige Preise besticht. Immerhin, und das muss man hier besonders positiv hervorheben, hat sich der Eigentümer die Mühe gemacht, die letzte Preiserhöhung in einem Aushang gesondert zu begründen. Die Preise insgesamt bewegen sich verglichen mit anderen Saunaclubs der Szene im mittleren Bereich.

Als Fazit bleibt: Die Sauna Outside lohnt auf jeden Fall einen Besuch und der Verfasser ertappte sich während des Besuches mehrmals bei dem Gedanken, wie schön es doch wäre, wenn er Scotty anrufen könnte, um die Sauna, so wie sie ist, nach Dresden zu beamen.

Saunaguide