Fünf Fragen an den "Ponyminister" - Sebastian Grahl, Mitveranstalter des PonyClub in Leipzig

Hi Sebastian, als Mitveranstalter des "PonyClub" bist Du für den reibungslosen Ablauf der Party verantwortlich, mit welchen Starallüren muss man rechnen, wenn man DJs wie Biggy van Blond oder Gloria Viagra bucht?

Im Prinzip kennt man sich seit Jahren, noch aus Berliner Zeiten. Starallüren kenne ich bei meinen DJs nicht wirklich. Es ist ein lockeres Miteinander, bei dem jeder mit Herz und Seele hinter der Idee steht.

Die Alte Hauptpost am Augustusplatz bietet mit ihrem spröden Charme viel Raum und Kulisse für einfallsreiche Deko, indem Makottchen-Pony Koko den Partygast jedes Mal in eine andere Welt entführt - gibt es auch Tabus im Pferdestall?

Ja, gibt es. Wir achten bei unseren Planungen sehr darauf, dass wir mit unseren Mottos nicht unter der Gürtellinie landen und keine Klischees zu "günstig" bedienen. Ansonsten fühlen wir uns frei im Denken, was bis jetzt jedes mal der Stimmung zugute kam. Wir feiern mit unseren Gästen jeden Monat Kindergeburtstag für Erwachsene - ausgefallen und hemmungslos.

Der Leipziger Gaypartymarkt ist mit aktuell sechs Veranstaltungsreihen gut bedient, doch in der Branche gibt es auch ein ständiges Kommen und Gehen - woher kommen Eure Gäste und womit macht Ihr Euch von kurzlebigen Trends unabhängig?

Fakt ist, fast jede der Veranstaltungen ist seit Monaten hervorragend gut besucht. Dies zeigt, dass die Leute auch mehrmals im Monat das Bedürfnis haben, in die Szene zu gehen. Vorausgesetzt, die Qualität stimmt. Der Grund hierfür sind unserer Meinung nach frisches Denken, neue Veranstalter und Gesichter. Aber das Wichtigste ist, dass die Macher untereinander kommunizieren, sich terminlich absprechen und sich gegenseitig bewerben. Damit wird seit langem wieder einmal gezeigt, dass durch ein Miteinander die Stadt und vor allem der Gast profitiert. Unser Publikum begrüßen wir hauptsächlich aus dem Leipziger Raum, zunehmend aber mehr aus der ganzen Mitteldeutschen Region.

Eure geradezu kindgerechte Werbung trifft seit letztem August bei der Zielgruppe ins Schwarze, obwohl es Koko ja faustdick hinter den Ohren hat - warum funktioniert diese Strategie gerade bei Schwulen?

Bei unserem Außenauftritt verzichten wir von vornherein bewusst auf klischeebehaftete und typisch schwul-lesbische Motive. Die Zielgruppe lässt sich durch Sixpacks und ausgebeulte Jockstraps seit langem nicht mehr locken. Wir rücken mit unseren Motiven die Party und das Gefühl "Ponyclub" in den Mittelpunkt und unterscheiden uns damit gleichzeitig von anderen Bewerbungsstrategien. Wir sind sehr dankbar, einen talentierten Grafiker im Team zu haben, der es versteht, unsere verrücktesten Ideen immer wieder auffällig und vor allem ansehnlich ins rechte Bild zu rücken.

Die Mitveranstalter Mirko und Matthias haben neben anderen Projekten wie dem Prideball auch bis letzten Herbst acht Jahre lang die Leipziger Gaynight ausgerichtet, inwiefern steht der PonyClub in der Tradition dieser Groß-Veranstaltung, welche Unterschiede gibt es?

Der PonyClub profitiert von dieser jahrelangen Erfahrung. Das hat den Start natürlich erleichtert. Dennoch steht man bei einer monatlichen Veranstaltungsreihe vor anderen Herausforderungen. Der PonyClub gibt uns allen jetzt aber gemeinsam die Möglichkeit, uns so richtig auszutoben und immer wieder neue Ideen zu platzieren.

mb

www.ponytanz.de, www.myspace.com/the_ponyclub

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