Dresdner Gay- und Lesbenparty-Veranstalter

Mike Beier aka Claire Rasil (sHe party, Metronom)

Die sHe party ist die jüngste Dresdner Szene-Party und hat bereits eine große Fangemeinde, wie erklärst Du Dir den schnellen Erfolg?

Es liegt wohl an der günstigen Lage des Metronoms in der Neustadt und so kann man die sHe party gut mit einem Drink verbinden. Darüber hinaus haben sich der günstige Eintritt und das breite musikalische Spektrum herumgesprochen.

Die Shooter-Transe ist mittlerweile fester Bestandteil jeder Veranstaltung, bedient aber vorwiegend Lesben, warum ist der Frauenanteil so hoch?

Der Name der "sHe party" allein macht dabei sicher den Löwenanteil aus und dass es ohnehin keine "rein schwule Party" sondern eben ein Tanzvergnügen für die gesamte homosexuelle Community werden sollte.

Welche Vorteile hat es, wenn man als Veranstalter vorher schon jahrelang in der Werbebranche im Partybereich tätig war?

Ohne gewisse Personen zu kennen, wäre vieles schwieriger. Dazu kommen natürlich auch diverse Erfahrungswerte, die man vorteilhaft einsetzen kann, sei es bei gestalterischen Mitteln, Inhalten und Wegen, diese zu kommunizieren sowie natürlich bei der eigentlichen Produktion der Werbemittel (Flyer, Webseitenerstellung usw.)

www.she-party.de

Andreas Jenke (queerbeats, U-Boot)

Mit Deiner seit nunmehr zwei Jahren erfolgreichen Indie-Party widerlegst Du ja das Klischee, dass Gays nur zu Schlager oder Disco abgehen. Gibt es auch in dieser Musikrichtung besondere schwule Vorlieben?

Eigentlich nicht. Die Indie-Kultur ist geprägt durch künstlerisches Schaffen abseits des gerade herrschenden Mainstreams. Musik wird sehr individuell wahrgenommen und für sich entdeckt. Jeder entwickelt seine ganz persönlichen Vorlieben, die in der Masse sehr heterogen sind. Trotzdem gibt es auch hier Hypes, die auf allen Indie-Partys laufen, egal ob schwul-lesbisch oder nicht.

Nach Eurer Anfangszeit im riesa efau seid Ihr im Juli 2007 in das U-Boot im Dresdner Szeneviertel Äußere Neustadt umgezogen. Warum findet die queerbeats trotzdem nur fünfmal im Jahr statt?

Ausschlaggebend hierfür ist der Spaßfaktor, der bei fünf Partys im Jahr nach wie vor sehr hoch ist. Wir freuen uns auf jede einzelne Party, als wäre es die erste. Außerdem bleibt so noch genügend Zeit für andere laufende Projekte.

Deine Partygäste wissen besonders die günstigen Eintritts- und Getränkepreise zu schätzen. Könntest Du es mit Deinem Gewissen vereinbaren, die queerbeats irgendwann kommerziell in großem Rahmen auszurichten, um mehr Leute zu erreichen?

Das ist nicht mein Ziel. Queerbeats wird eine Indie-Party bleiben, die sicher nicht massenkompatibel ist und es auch gar nicht sein möchte. Wir sind sehr zufrieden mit dem Feedback, dass wir von unseren Gästen bekommen, was das Konzept der Party ja nur bestätigt.

www.queerbeats.de, www.myspace.com/queerbeats

Roberto Weinhold (Think Pink, Spinnerei Straße E)

Die "Think Pink" ist seit über zwei Jahren die erfolgreichste Veranstaltungsreihe in der Dresdner Schwulenszene - kommen die Gäste hauptsächlich wegen der billigen Getränke?

U.a. deswegen, aber auch weil man seinesgleichen findet, wir Entertainment bieten sowie unterschiedliche Specials wie z.B. im Januar das fliegende Buffet, Stelzenläufer und Feuershow im Februar usw.

Was tust Du dafür, dass es trotz hohen Hetero-Anteils eine schwule Party bleibt?

So hoch ist der Anteil gar nicht mal, viel eher besteht gerade im Bereich der Jüngeren ein Modetrend, welcher die "Hetero-Ausstrahlung" fördert. Zum anderen haben wir dazu explizit Stellung genommen, siehe unser Blog: http://www.dresden-ist-pink.de/pink_blog/ party-fur-schwule-und-lesben-19-april-2008/

Warum gibt es den Lesbenfloor nicht mehr?

Kurz und bündig: Integration statt Segregation.

www.dresden-ist.pink.de

Roberto Weinhold (Disco wo:Anders, Bärenzwinger)

Die Disco wo:Anders ist eine der ältesten Dresdner Gay-Partys, siehst Du die Tradition als Verpflichtung?

Unbedingt, hab Sie selber ja nicht von Anfang an veranstaltet, sondern der Gerede e.V. und ich selbst bin "aufgewachsen" mit dieser Party und auch habe ich da meine erste große Liebe kennen gelernt *g*.

Was war für Dich ausschlaggebend, die Veranstaltung nach zwanzig Monaten Pause wieder aufleben zu lassen?

Eine Alternative, die durch Einfachheit für den Gast besticht, war bitter nötig. Außerdem trifft man hier die Elite, welche sonst nicht anzutreffen ist auf anderen Partys. ;-)

Sind neben Deinem Online-Szeneportal "Queeragent" und Deinen zwei Partyreihen noch andere Projekte in Planung?

Ohh Ja *freu* nachdem ich die Domain www.gaylaktika.de hab kaufen können, schwebt mir da eine Idee durch den Kopf und der CSD rückt auch immer näher.

www.discowoanders.de

Dirty Sisters (Girlsclub, Lofthouse)

Weiter-Link weiter zum ausführlichen Interview

blu Insider