Hallo liebe blu Leser,

ich muss in meiner Kolumne heute mal politische Töne anschlagen, denn auf der Website einer deutschen Billigfluglinie musste ich mich doch gerade sehr wundern. Dort werden Dresden und Leipzig nämlich als "osteuropäische Metropolen" aufgeführt, wobei ich nicht weiß, ob ich zuerst über "Osteuropa" oder über "Metropolen" schmunzeln soll. Meinen die Verantwortlichen vielleicht statt dessen "Richtung Polen", "metrosexuell angehauchte Region" oder einfach nur "östlich Westdeutschlands"? Ich weiß es nicht und kann nur hoffen, daß ich vor meinem nächsten Spanien-Urlaub nicht wieder Stacheldraht und Minenfelder an der innerdeutschen Grenze überfliegen muß, wo der Ostblock auf den amerikanischen Machtbereich trifft.

Früher in meiner wilden Westberliner Zeit hatte ich immer ein lustiges Spiel: den vegetarischen Kompaß - ich legte eine Banane auf die Mauer und auf der Seite, wo abgebissen wurde, war Osten - aber wie gesagt, das war damals.

Unter uns: ich fahre auch gerne mal schnell in die Mongolei, um billig Zigaretten zu kaufen, aber seit der deutschen Wiedervereinigung habe ich eine solche Einteilung Deutschlands wie zu Zeiten des Kalten Krieges eigentlich nicht mehr erlebt. Da sieht man mal wieder, daß für manche Leute Sibirien offenbar schon jenseits der Elbe beginnt ...

Beim täglichen Weg zur Arbeit aus dem fernen Ottendorf-Okrilla wäre mir zwar auch wohler, wenn ich dabei von einer sowjetischen Panzer-Eskorte vom Wildwechsel abgeschirmt würde - als junge Frau allein unterwegs weiß man ja nie ...

Und die Militär-Paraden mit winkenden Tattergreisen auf Podesten, die Tatra-Bahnen und Ikarus-Busse sowie der billige Kaffee, der immer geschmeckt haben muß wie Zusammengekehrtes - hatte sicher alles seinen Reiz und wer träumt sich nicht manchmal gerne in die alten Zeiten zurück? Aber man muß seinen Hintern in die Vergangenheit bringen und in die Zukunft schauen oder um es mit einem Zitat von Frau Dr. Merkel abzuschließen: "Wo wir sind, ist die Mitte!"

Weibliche Grüße, Eure Miss Chantal

Miss Chantals bezaubernde Kolumne