Folge 1: Alles im Eimer

Da stand er nun vor mir: Der Sportstudent in seiner viel zu engen Badehose, die keine, wirklich gar keine Fragen mehr offen ließ. Das Wasser tropfte von seinen dunkelbraunen Haaren auf den gestählten Oberkörper. Jeder Tropfen zerschellte an seinen Schultern oder der Brust. Ich konnte meine Augen einfach nicht von seiner leichten Gänsehaut abwenden. Habe ich jemals zuvor so fein definierte Bauchmuskeln gesehen? Und alles an ihm schien mir eine Nacht zu versprechen, die ich wohl nie wieder vergessen würde. Plötzlich ging er mit den Daumen in die Seiten seiner Hose und zog sie langsam bis zu seinen Knöcheln nach unten … Ich habe irgendwo mal gelesen, dass der erste Absatz so geschrieben sein muss, dass der Leser bei der Stange gehalten wird.

Für die erste Ausgabe des neuen Gegenpol musste ich mir also ganz besonders viel Mühe geben! Aber vielleicht schreibe ich die Geschichte oben mal weiter. Endlich ist er wieder da, UNSER GEGENPOL! Erstmals mit der besten Kolumnistin, die man für eine geringe (mächtig gewaltige) Gage und ein Sockenabonnement bekommen kann. Außerdem hat der Verlag noch ein paar kompromittierende Fotos von mir in einer verfänglichen Situation mit unserem Bundesaußenminister. Aber darüber möchte ich gar nicht reden, schließlich entstanden diese Bilder im Frühjahr 2010 während eines privaten Besuchs in der Stargayte … äh … ich meine, während eines privaten Besuchs in einem Spa! In einem Spa in Leipzig, welches ich hier nicht näher nennen möchte. Außerdem war ich an diesem Abend nicht zurechnungsfähig, weil ich unter dem Einfluss einer heimtückischen Droge stand. Ich habe zuvor bestimmt vier oder fünf Gläser, auf Ex möchte ich betonen, Cola getrunken! Und zwar alle ohne Eis! Fachleute wissen, dass das knallt! Ich konnte doch nicht ahnen, dass meine Begleitung diesen Zustand so schamlos ausnutzen würde. Ich konnte auch nicht ahnen, dass mein Körper zu solchen Verrenkungen in der Lage ist, wie sie auf den Bildern zu sehen sind! Immerhin erklärte sich damit meine merkwürdige Körperhaltung in den Wochen danach. Auch die eine oder andere körperliche Fehlfunktion und deren Folgen wirkten in diesem Zusammenhang zumindest nachvollziehbar. Das ist aber auch sehr unangenehm, wenn man an der Tram-Haltestelle steht und unter dem Rock zwischen den Beinen ein Eimer geparkt werden muss. Das war das erste und einzige Mal in meinem Leben. – Zumindest, wenn man mal von diesem merkwürdigen Jahr 2005 absieht. Aber 2005 war so heftig, dass ich mich nur noch an zwei Jahreszeiten erinnern kann … Wusstet ihr eigentlich, dass ein mitgeführter Eimer ab dem dritten Tag einen eigenen Fahrschein für die Tram braucht? Ich musste ihm sogar eine Monatskarte besorgen. Und damit kein Ende, mittlerweile hat der Eimer sogar eine eigene Kreditkarte und einen höheren Dispokredit als ich! Und als Anfang Januar die erwartete Einladungskarte zur Eröffnung der Modemesse „Bread & Butter“ in Berlin kam, da stand ich plötzlich nur noch als seine Begleitung drauf! Ich wollte mich eigentlich als gekränkte Person krank melden. Soll der Eimer doch sehen, wie er da alleine hinkommt. Doch dann war er eines Morgens plötzlich weg. Kein Abschiedsbrief, kein gar nichts. Ob er wohl von der Mafia entführt wurde? Bekomme ich demnächst Einzelteile des Eimers mit Geldforderungen zugeschickt? Letzte Woche kam ein Päckchen an, randvoll gefüllt mit den neusten Kollektionen der „Bread & Butter“. Alles in meiner Konfektionsgröße: XS (das steht für Extraviel-Schlönzke)! Und mitten drin, da schimmerte mein Eimer hervor. Warum erzähle ich das eigentlich? Das sollte doch geheim bleiben.

Das nächste Mal lasse ich mich nicht so von Euch ausquetschen!

Eure Margot Schlönzke – Dschungel-Königin des Ostens (Immerhin habe ich schon den Family-Day im „Tropical Island“ überstanden!)

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