Liebe Leserinnen und Leser, verehrte Kolleginnen, jetzt hat es auch die Margot gemerkt: Ich habe hier das letzte Wort! Und könnte also ohne weitere Kommentierung durch die Betroffene die kleinen und schmutzigen Geheimnisse von Margot Schlönzke verraten … Aber wer will diese Geheimnisse schon lüften? Am interessantesten ist doch der Umstand, dass wir beide im gleichen Jahr auf der Erika-Mielke-Fachhochschule unsere Ausbildung begonnen haben – und dass ICH im Fach Denunziation Jahrgangs-Beste geworden bin. Frau Schlönzke hingegen hat – soweit ich mich entsinne – nur den Bereich „Sozialistische Planwirtschaft“ bestanden. Seitdem darf sie laut Fachhochschulrichtlinie den Titel „Diplom-Insolventin“ tragen … Aber schauen wir nicht zurück. Lassen wir die großen Schlagzeilen über pomadige Titel-Erschleicher hinter uns und widmen uns dem wirklich großen Ereignis, das jetzt mit diesem GEGENPOL vor der Tür steht: Der Frühling kommt! Vollkommen überraschend – wie in jedem Jahr. Bei dieser Erkenntnis brach bei mir die Panik aus: Wo ist denn eigentlich die Bikini-Figur, die ich mir über den Winter hart antrainieren wollte? Wird in diesem Jahr die TunSi-Uniformfarbe „stasi-safari“ endlich bei allen Mode-Discountern erhältlich sein? Sind das Falten oder nur Linien? Werde ich im Sommer endlich die Weltherrschaft an mich gerissen haben? Ist das Licht wirklich aus, wenn die Kühlschranktür zu ist????? Aber wozu über diese Dinge nachdenken? Das macht nur Falten auf der Stirn. Also habe ich mir einen großen persönlichen Ablenkungs- und Party-Plan für den ganzen April aus den Terminen des Gegenpols zusammengestoppelt, das Ganze mit Vorschlägen für sportliche Aktivitäten und dem Fernsehprogramm für die nächsten 14 Tage abgeglichen … Und dann war sie wieder da, die Panik! Glücklicherweise sah ich beim Verlassen des Büros unsere Betriebsärztin, die ich mit diesem Problem sofort ansprach. Sie unterbrach die Lektüre ihrer „Vogue Nord-Korea“ kurz, musterte mich von oben bis unten und nuschelte irgendwas von „Freizeitstress“. Dann gab sie mir folgenden Zettel und nickte mir aufmunternd zu: „Verhaltensregeln für einen tuntensicheren Frühling“. „Nicht mehr als zwei Partys pro Nacht! Nicht mehr als drei Verabredungen am Wochenende! Früh ist es immer noch kühl, darum besser eine Jacke anziehen! Die oberkörperfreien Bauarbeiter kommen erst im Mai raus!“ Aha. Da kann ich mich ja wieder ganz beruhigt an die Vorbereitungen für den „Queenday“ in Potsdam setzen. Und mal schauen, was der Mai so bringt.

Mit herzlichen Grüßen

Ginnifer Hartz

Post aus dem Tuntenministerium