Folge 3: Alles neu macht der Mai

Ja, meine Lieben, alles neu macht der Mai! Und deshalb haltet ihr in diesem Augenblick, den neusten, den schönsten, den informativsten, den glamourösesten und den mai-artigsten GEGENPOL in der Hand, den es je gab! … zumindest innerhalb der letzten 12 Monate. Ich liebe den Mai! Da ist alles drin: Sonne, Liebe, Luft, Latex, Laune und der internationale Tag gegen Homophobie! Und es ist endlich mal Zeit für mich, den Balkon, die Veranda, den Garten und den daran anschließenden Schlosspark meines kleinen Anwesens von meinem Gärtner umpflügen zu lassen. Lasse, mein Gärtner und Austausch-Sportstudent aus Schweden, darf daher unter den kritischen Augen seiner liebenswürdigen, gutaussehenden und idealgewichtigen Schlossherrin seinen gestählten Körper in der gleißenden Frühlingssonne zum Einsatz bringen. Noch sind die Hosen lang und der Oberkörper mit einem weißen T-Shirt bedeckt, aber die heißen Tage stehen uns ja noch bevor und ich möchte mich im Laufe des fortschreitenden Jahres noch steigern können. Schon beim ersten Sonnentag durfte ich feststellen, dass sich die Anschaffung eines Trainingsraumes einzig und allein für Lasse offensichtlich gelohnt hat: Seine weißen Shirts, die ich ihm aus Prinzip eine Nummer zu eng kaufen lasse, stellen unter Beweis, dass er im langen kalten Winter mit den aufgestellten Geräten durchaus etwas anzufangen wusste. Und wenn Lasse nun mit seinem Spaten im Schlosspark ans Werk geht, ist das ein optisches Ereignis! Nach nur wenigen Spatenhieben treten seine Venen an den Oberarmen stark hervor. – Natürlich ist Lasse viel zu weit weg, als dass ich dies wirklich hätte sehen können, aber meine beste Freundin KoRa und ich machen uns gerne einen Spaß daraus im Grünen zu sitzen, ein kühles Getränk zu schlürfen und Lasse mit unseren Operngläsern heimlich bei der Arbeit zu beobachten. Ja, wir haben sehr gut Operngläser! – Es sind die Besten! Lasse hat im Übrigen ein Manko, er spricht kein Wort Deutsch! Angeblich spricht er englisch, aber das kann auch kein Mensch verstehen. Zumindest hat er in seinem Bewerbungsunterlagen angegeben, dass er angeblich englisch sprechen könnte. Nun, ich glaube zumindest, dass er das angegeben hat, denn ich für meinen Teil kann wiederum kein Wort schwedisch! Weder schreiben, noch lesen! – Aber das Bewerbungsfoto habe ich umgehend in einem meiner Schlafgemächer als Fototapete anbringen lassen. Mehr musste ich auch gar nicht wissen: 28 Jahre, Schwede, Sportstudent und dann SO EIN KÖRPER! Mit diesen Qualifikationen hätte ich ihn auch umgehend als Sushi-Koch eingestellt und mir einen Kugelfisch servieren lassen. Lasse und ich verstehen uns auch ohne Worte: Ein kräftiger Fingerschnipp, ein böser Blick, ein Fingerzeig auf einen Blumentopf in meiner Nähe und schon kommt er angelaufen. Im Laufen sieht Lasse im Übrigen am schönsten aus. KoRa sehnt sich dann beim Anblick seiner Jeans jedes Mal die Badehosen-Saison herbei. Ich bin da ja bescheidener, bei mir braucht er nicht mal mehr die zu tragen. Aber jetzt muss ich aufhören zu schreiben. Lasse ist soeben grade beim Arbeiten das T-Shirt gerissen und bevor sich ein Faden in seinen muskulösen Körper schnürt, muss ich schnell hin und ihm die Fetzen von Leibe reißen! … natürlich nur zu seinem eigenen Schutz! Eure Margot Schlönzke

Margots kleine heile Welt