[Oranienburg] Am 17. April gedachte die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten wieder der Befreiung des Konzentrationslagers Sachsenhausen vor 66 Jahren. Im Rahmen der Veranstaltung fand in Kooperation mit dem LSVD Berlin-Brandenburg e. V. zudem eine Gedenkfeier für die verfolgten Schwulen statt, bei der auch die Lebenswege zweier KZ-Häftlinge – des Musikers Fritz Oswin Dieg und des Dachdeckers Rudolf Brazda aus Meuselwitz – nachgezeichnet wurden. Beide erlebten Anfang der 1930er Jahre ihr Coming Out. Während Brazda mit seinem Schwulsein offen umging, plagten Dieg Ängste und Selbstzweifel. 1937 erreichte die Homosexuellenverfolgung ihre Stadt und sie gerieten ins Visier der Verfolgungsbehörden. Dieg wurde nach einer dreijährigen Zuchthausstrafe 1941 ins KZ Sachsenhausen deportiert und überlebte dort nur wenige Monate. Brazda wiederum wurde nach zwei Gefängnisstrafen 1942 in das KZ Buchenwald überstellt und erlebte dort im Jahr 1945 die Befreiung des Lagers durch die Rote Armee. Als heute 97-Jähriger ist er der wohl letzte schwule KZ-Überlebende. WWW.ROSA-WINKEL.DE •mb

Der letzte Überlebende