[Oranienburg] Ruppiger Rasen, ein paar Feldsteine und ein paar Baracken umrahmen den Ort, an dem Anfang 1942 die erste gezielte Mordaktion der SS gegen Schwule stattfand. Es handelt sich um die Außenstelle Klinkerwerk des ehemaligen KZ Sachsenhausen. Wer hierhin verfrachtet wurde, hatte so gut wie keine Überlebenschance. Hier wurde „minderwertiges Menschenmaterial“ zur Errichtung der Reichshauptstadt Germania bis zur Vernichtung ausgebeutet. Das Gelände für die KZ-Anlagen kaufte damals das Reichssicherheitsamt unter Heinrich Himmler von der Stadt Oranienburg. Jedoch sind die Kaufverträge für das weitläufige Gelände bis heute verschollen. Niemand weiß deshalb, wem das vor Kriegsende dauerbombardierte Gelände gehört. Aufgrund der erheblichen Kosten zur Beseitigung von Bomben und Minen, die mangels geklärter Besitzverhältnisse derzeit weder Stadt, noch Land, noch Bund tragen wollen, warten nicht nur Homosexuellenorganisationen, sondern auch Opferverbände aus Frankreich und Polen wohl weiterhin vergeblich auf die Errichtung eines würdigen Gedenkparks am Ort des Grauens. •at

Himmlers letzte Rache