Eine Bewässerungsanlage sprengt ein Feld. Die Kamera ist gegen das Licht gerichtet und hält den Wasserstrahl für Momente fest. Ein einprägsames Bild, mehrfach lesbar. Bilder sind das zentrale Element in „Stadt Land Fluss“, denn dieser Film ist stets zweierlei – dokumentarisch und fiktional. Die Geschichte der Annäherung zweier junger Männer, Marko (Lukas Steltner) und Jakob (Kai-Michael Müller), wird aus einem Agrarbetrieb im brandenburgischen Nuthe-Urstromtal heraus erzählt. Azubis stöhnen über das frühe Aufstehen und das Berichtsheftschreiben, werden von den Ausbilderinnen angetrieben. An zwei Jungs bleibt die Kamera schließlich hängen. Ungewöhnlich beiläufig, zärtlich und aus sich selbst heraus entwickelt sich zwischen ihnen eine Form von Romanze, es gibt Annäherungen und Widerstände. Aber in diesem Setting bekommt der Stoff auch eine eigene, geradezu folgerichtige Dynamik. Am Ende von Benjamin Cantus „Stadt Land Fluss“ steht nicht die große Stadt. Das Ende ist offen, alles ist möglich. Stadt Land Fluss, D 2011, 84 Min., R: Benjamin Cantu, Verleih: Salzgeber

Brokeback Brandenburg