Eine Frau kommt in eine ihr fremde Stadt, orientierungslos baut sie fast einen Unfall. Gleichzeitig trifft ein junger Mann dort ein, um sie dort zu treffen. Denn beide verbindet ein Mensch, der für ihn Liebhaber war und für sie Sohn ist. In Jan Krügers Film „Auf der Suche“ ist der Mann, um den sich die Gefühle drehen, jedoch spurlos verschwunden. Zuletzt lebte der aus Deutschland stammende Arzt, Simon, in Marseille. Verzweifelt bittet seine Mutter Valerie (Corinna Harfouch) Jens (Nico Rogner), den Ex-Freund ihres Sohnes, um Hilfe. Der ist davon distanziert und wenig angetan, willigt aber schließlich dennoch ein. Sie streifen durch Marseille, treiben dabei wie zwei Satelliten um Simon und ihre individuellen Erinnerungen an ihn. Langsam überlagern sich die jeweiligen Bilder von Simon und verändern auch Jens und Valerie selbst. Zurückgenommen inszeniert, konzentriert gespielt und in klaren Bildern erzählt, überzeugt „Auf der Suche“ als kluge Meditation über Verlust und die Relativität des Vergangenen. Auf der Suche, D 2011, 88 Min., R: Jan Krüger, Verleih: Salzgeber

Spuren in der Stadt