Das große Aids-Sterben liegt lange zurück. Mit dem „Berlinale“-Film We are here ging Regisseur David Weissman zurück an den Beginn dieser Zeit, die frühen 1980er Jahre, die Anfangszeit von HIV und Aids in San Francisco. Zeitzeugen erzählen ihre Geschichten – ein bekanntes Modell vieler Dokumentationen über jene Epoche. Der narrative Überbau mag jeweils anders sein, die Erlebnisse und Protagonisten sind jedoch gleich: Menschen zwischen persönlichem Paradies und sinnbildlicher Hölle. „We are here“ kann dazu nichts Neues beitragen, ist ein weiteres Ehrenporträt für Überlebende. Sich ihrer Erlebnisse zu erinnern ist ein ehrenwertes, doch inzwischen ermüdendes Anliegen. Auf der Leinwand manifestiert sich der Film als Endlos- Montage sprechender Köpfe und mittels Zoom reanimierter Archivfotos. Unterlegt mit sentimentaler Musik entwickelt „We are here“ eine sehr abgekaute Form. Größter Beitrag dieser Dokumentation ist ihr Beispiel dafür, wie renovierungsbedürftig das filmische Erinnern an HIV/Aids inzwischen ist. We are here, USA 2010, 90 Min., R: David Weissman, ohne Verleih

Die AIDS-Veteranen