Dass schwule Filmemacher sich schwer tun, Homosexualität als normal darzustellen, hat sich auch beim Film „Ausente“ wieder bewahrheitet, dem Gewinner des diesjährigen „Teddy-Award“, dem schwulen Filmpreis der „Berlinale“. Er erzählt von einem Jugendlichen und dessen aufdringlichen Annäherungsversuchen an seinen verschreckten Schwimmlehrer, der sich in der Hetero-Welt eingerichtet hat. Regisseur Marco Berger hat sein stilles und zähes Drama in düstere Sepia eingebettet, mixt allerlei Dialoge mit der Zurschaustellung seiner schönen, halbnackten Darsteller. „Ausente“ soll seinen Regisseur wohl als Könner des schönen schwulen Films empfehlen. Großer Schönheitsfehler ist aber die Story! Außer einem endlosen Hin und Her erlaubt Berger seinen beiden Hauptfiguren keine tiefere Annäherung. Schwule Liebe darf in „Ausente“ erst stattfinden, als der „homme fatale“ stirbt und als Geist wiederkehrt. Erst als das Liebesobjekt zum gefahrlosen Schatten seiner selbst geworden ist, darf sich der Schwimmlehrer trauen. Ausente, RA 2011, 87 Min, R: Marco Berger, Verleih: Pro-Fun Media zusammengestellt von Manuel Schubert – FILMANZEIGER.DE

Stirb, wenn du lieben willst!