Juni. Was für ein blöder Monat. Dauernd diese Feste und Veranstaltungen. Und das alles vor den Sommerferien. Auf Stöckeln. Wie das auf die Füße geht! Nein, der Juni passt weder farblich noch stilistisch zur Tunte. Aber welcher Monat ist wirklich tuntentauglich? Mein Referat „Volksbefriedung“ bei der TunSi hat die bekanntesten und beliebtesten Monate auf Tuntensicherheit getestet:

Der Januar ist zu kalt und beginnt meist mit einem mächtigen Kater, der Februar hingegen besticht durch Dunkelheit und Kälte – Tiefpunkt sind dann aber die Karnevalsumzüge. Der März ist nicht Fisch oder Fleisch, für Turmfrisuren geht zuviel Wind. Im April kann die überraschend hervorbrechende Sonne das Makeup zum Platzen bringen, der Mai mit seinen dann aus dem Winterschlaf erwachten halbnackten Muskel-Elsen die Hosen. Der Juni setzt den Füßen zu (siehe oben), im Juli wimmelt es überall nur so von Schulferien-Kläffern. August und September bringen Mücken- und Pilz-Plagen mit sich. Der „goldene“ Oktober enthält zwar manchmal einen sogenannten „Altweibersommer“ – aber will sich tunt als „Altweib“ titulieren lassen?!

Den ersten Lichtblick bringt unverhofft der November: Die Umwelt nimmt die Farbe der TunSi-Uniform an, die böse Sonne versteckt sich, Bühnennebel in allen Straßen. Auch der Wind geht nun moderat (abgesehen von einigen Orkantiefs aus dem Westen), die Minderjährigen sind in der Schule oder im Internat. Da blüht die Tunte auf – sie sticht mit farbigen Fummeln aus dem grauen Einerlei heraus. Und gedeiht im wärmenden Scheinwerferlicht auf den Bühnen. Jede noch so banale Darstellung von Herrendamen wird vom ausgehungerten depressiven Publikum frenetisch bejubelt. Und tunt kann endlich die Blaue Stunde mit Cocktails nach Sonnenuntergang um 16 Uhr beginnen. HERRLICH!

Doch anschließend deprimiert der Dezember endgültig mit dem selbstgewählten Feiertags-Familienterror. Und läutet mit dem Jahreswechsel einen neuen Zyklus des monatlichen Schreckens ein.

Liebe Leserinnen und Leser, bitte seien Sie tapfer und denken Sie daran: Es sind nur noch fünf Monate bis zum rettenden November. Bis dahin müssen wir leider die Sonne und den Sommer ertragen. Aber keine Angst, wir stehen das gemeinsam durch!

Ihre Agentin G
(alias Ginnifer Hartz)

Post aus dem Tuntenministerium