[Bernau] Nachdem dem seiner Ämter enthobenen und vor Gericht gestellten Erich Honecker auch seine Waffensammlung entzogen, seine Konten gesperrt und die Waldsiedlung Wandlitz, in der er wohnte, in ein Sanatorium umgewandelt worden war, bat sein Anwalt die Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg um Hilfe. Pastor Uwe Holmer, der die Hoffnungstaler Anstalten Lobetal, eine diakonische Einrichtung in Bernau bei Berlin, leitete, bot dem Obdachlosen daraufhin Asyl an. Bevor dieser nach Moskau ausgeflogen wurde, wohnte er über zwei Monate dort. Während Holmer damals, angesichts von Protesten gegen die Unterbringung des ehemaligen Diktators, menschliche Beweggründe ins Feld führte, lässt er diese heutzutage vermissen, denn in einem offenen Brief verurteilte er laut queer.de das im letzten Herbst verabschiedete Pfarrdienstgesetz, das es Evangelischen Landeskirchen gestattet, die Lebenspartnerschaften von Pfarrern anzuerkennen. Die bayrische und die mitteldeutsche Kirche erlauben ihren queeren Pfarrern seitdem das Zusammenleben mit ihren Partnern in ihren Pfarrhäusern. •mb

Honecker-Pfarrer pöbelt