[Potsdam] „Es kann nicht sein, dass 9 Uhr Paul und Paula vor dem Standesamt heiraten und 9:15 Uhr Horst und Horst.“ – Mit dieser Äußerung zog ein CDU-Politiker vor zehn Jahren den queeren Zorn auf sich. „Die standesamtliche Verpartnerung von homosexuellen Paaren würde die heterosexuelle Ehe herabwürdigen“, fuhr er fort und hatte die Landesregierung weitgehend hinter sich, die beschlossen hatte, die Verpartnerung lediglich beim Notar statt beim Standesamt zuzulassen. Mit einer medienwirksamen „Test-Heirats-Aktion“ am 04.07.2001 vor dem Potsdamer Standesamt brachten Queer-Aktivisten die Regierung daraufhin jedoch in Handlungsnöte. Ralph Zachrau, damaliger Teilnehmer der Zeremonie, erinnert sich: „Wir mussten Himmel und Hölle in Bewegung setzten, dass die damalige Standesamtschefin uns wegen ‚Amtsanmaßung‘ nicht des Platzes verwies.“ Unter dem Eindruck der Aktion beschloss die Landesregierung dann, den Kommunen künftig die Entscheidung über den Ort der Verpartnerung zu überlassen. Fast ausnahmslos werden diese in Brandenburg seitdem vor dem Standesamt zelebriert. •mb

Horst und Horst