[Erfurt] Was Rainald Grebe als das „Land ohne Prominente“ besingt, war bis vor kurzem auch eines der drei letzten deutschen Bundesländer, in denen Schwule und Lesben nach der Hochzeit rechtlich nichts mehr zu lachen hatten. Denn die Gleichstellung mit der Ehe auf Landesebene hatte sich offenbar beim GuthsMuth-Lauf auf dem Rennsteig verirrt oder war zwischen Klettbach und Rockhausen einem Wildschwein ausgewichen und im Straßengraben gelandet. In zahlreichen Landesgesetzen war die Ungleichbehandlung von verheirateten Paaren aufgrund ihrer sexuellen Ausrichtung fest zementiert, obwohl der Rest von Deutschland sich dem Bundesrecht in diesem Punkt schon lange angepasst hatte. Doch wie zuletzt auch in Baden-Württemberg, brachte die letzte Wahl frischen Wind in den Landtag, wo die SPD jetzt mitregiert, weshalb nun auf Initiative der Linkspartei zunächst die Anpassung im Beamtenrecht erfolgte, nachdem Ende letzten Jahres auch bereits die Standesämter für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet wurden. Vorgesehen ist dem Gesetzentwurf zufolge eine Gleichstellung ab dem 1.1.2012. •mb

Bewegung für Beamte