Im Portrait: Daniel Gollasch

Wegen einer Tätigkeit im Deutschen Bundestag kam er 2008 von Leipzig nach Berlin. Zuvor war er Pressesprecher und Versammlungsleiter des CSD Leipzig sowie Vorstand des RosaLinde e. V., des Leipziger Schwulen- und Lesbenzentrums. Seit 2009 engagiert er sich als Sprecher der Arbeitsgemeinschaft „Aktiv gegen Rechts“ der Berliner Grünen und wird nun von Neonazis bedroht. Im September tritt er im Wahlkreis Wedding für Bündnis 90/Die Grünen zur Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses an und kommt 2012 in einem Rosa von Praunheim-Film in die Kinos. Wir wollten Näheres wissen und trafen Daniel Gollasch auf eine Bionade. •mb

STIMMT ES, DASS DU BALD INS KINO KOMMST?

Vor Euch kann man auch nichts geheim halten … (lacht) Ja, Rosa von Praunheim hat mich in den letzten Tagen mit einem Kamerateam begleitet und wir haben viel über mein politisches Engagement, aber auch über ganz private Sachen gesprochen. Wir haben auf dem Leipziger CSD, in meiner Weddinger WG und mit meiner Familie gedreht. Das Ganze ist Teil eines größeren Filmprojektes, nächstes Jahr kommt es in die Kinos. Ich freue mich schon sehr, mehr kann ich aber nicht verraten.

WAS HAT ES MIT DIESER NEONAZI-HASSLISTE AUF SICH?

Ich engagiere mich schon länger gegen Homophobie, Rassismus und Menschenfeindlichkeit, weil ich will, dass in Berlin alle Menschen gut leben können – unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder sexueller Identität. Den Nazis bin ich daher ein Dorn im Auge, die haben mich neben anderen Politikern, Künstlern und Journalisten auf eine „schwarze Liste“ gesetzt – teilweise komplett mit Namen, Adresse und Fotos. Doch ich lasse mich nicht einschüchtern.

ERZÄHL UNS ETWAS ZU DEINEN KARRIEREPLÄNEN ALS POLITIKER …

Mir ist es immer wichtig gewesen, mich in meinem Lebensumfeld zu engagieren, wenn ich Probleme sehe. Das war damals in Leipzig so, wo ich mich im Vorfeld des Irak-Krieges in der Antikriegs-Bewegung engagiert habe und später den Leipziger CSD mitbegründet habe. Berufsbedingt hat es mich dann 2008 nach Berlin gezogen, wo ich in einer WG im Wedding lebe. Wichtiger als meine persönliche Karriere war mir immer, Ziele zu erreichen. Hier im Wedding sehe ich enorme Potentiale, die leider von der rot-roten Landesregierung nicht abgerufen werden. Daher kämpfe ich hier für ein Direktmandat für das Abgeordnetenhaus, um eine bessere Politik gestalten zu können.

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Ausgefragt: Nazis, Wahlkampf, Regisseure