[Berlin] Beißender Qualm bahnte sich Ende Juni seinen Weg in das „Tuntenhaus“, ein schwules alternatives Wohnprojekt im ehemaligen besetzten Haus Kastanienallee 86 in Prenzlauer Berg. Auch andere linke Projekte wurden in der Nacht Ziele von Brandstiftung. Wie die „taz“ berichtet, steckten Neonazis nachts mit Papier die Tür des Gebäudes in Brand, während die Bewohner schliefen. Glücklicherweise schlug ein Rauchmelder jedoch Alarm, sodass das Feuer gelöscht werden konnte, bevor ernsthafter Schaden an Leib und Leben entstehen konnte. Das „Tuntenhaus“ in Prenzlauer Berg ist in Berlin das dritte seiner Art und steht in der Tradition der zuvor gewaltsam geräumten „Tuntenhäuser“ in der Bülowstraße in Schöneberg und der Mainzer Straße in Friedrichshain, auch wenn es weniger politisch ausgerichtet ist als seine Vorgänger. Als Hintergrund der Tat wird Rache für mehrere Übergriffe auf Neonazis in den Wochen zuvor vermutet, die die rechte Szene Linksextremisten anlastete und für die sie im Internet mit Listen der Adressen linker Projekte zu Anschlägen aufrief. •mb

Anschlag auf schlafende Schwule