[Dresden] Als Stein gewordener Männertraum ragt der Rathausturm wie ein riesiger Penis in den Himmel. Auf seiner Spitze steht die goldene Statue eines nackten Mannes, der der Stadt in eindeutiger Pose seinen Segen spendet. „Hier ist die Toleranz zuhause!“, könnte man vermuten. Doch weit gefehlt … Denn auch zum 18. CSD in der seit kurzem wieder größten Stadt der Neuen Bundesländer durfte die Regenbogenfahne nicht am Rathaus gehisst werden. Während man im letzten Jahr noch eine Flaggenordnung zitierte, schob man diesmal zur Begründung eine Baustelle vor. Ein Vorgang mit Seltenheitswert unter deutschen Metropolen, denn Oberbürgermeister und Ministerpräsidenten reißen sich andernorts darum, bei den CSD-Paraden ganz vorn mitzulaufen und die Flagge höchstpersönlich am Rathaus hochziehen zu dürfen. Weil die Städte damit in der öffentlichen Wahrnehmung um ein Image der Weltoffenheit und Toleranz werben und sich als attraktives Reiseziel, lebenswerter Wohnort oder Wirtschaftsstandort mit kreativem Potenzial empfehlen. Schade, dass Dresden sein Licht noch unter den Scheffel stellt … •mb

Keine Fahne am Glied