[Weimar] Die Eheöffnung für gleichgeschlechtliche Paare ist noch immer nicht in Aussicht. Mangelnde Anerkennung von der Kirche, Diskriminierung bei der Blutspende und ein benachteiligendes Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare bieten noch viel Handlungsbedarf. Deshalb lautete das Motto zum diesjährigen CSD in Weimar schlicht „Mensch sein“. Die Demonstrationsstrecke wurde zwar nur von ein paar hundert Teilnehmern begleitet. Doch es ist die Symbolkraft, die von Weimar ausgeht, nicht das Übermaß an Teilnehmern. Denn Weimar hat eine dunkle Vergangenheit. Im KZ Buchenwald wurden Homosexuelle gepeinigt und vergast. Eine Kranzniederlegung gedachte dieser Opfer und mahnte die Gesellschaft zu Vernunft und Toleranz. Der CSD in Weimar wurde der Mischung zwischen politischen Forderungen, Mahnung und ausgelassenem Straßenfest gerecht. Das Medienecho war groß und so kann man allen Beteiligten nur gratulieren. Nur eine große Frage bleibt. Wieso trauen sich nicht mehr Thüringer Lesben und Schwule auf die Straßen um zu zeigen, dass sie Teil dieser Gesellschaft sind? •et

Marsch der Menschen