[Meuselwitz] Wie der LSVD mitteilt, ist Rudolf Brazda am 3.8. im Alter von 98 Jahren verstorben. Der aus dem thüringischen Meuselwitz stammende gelernte Dachdecker galt als der letzte noch lebende Homosexuelle, der im Dritten Reich als Rosa-Winkel-Häftling in einem Konzentrationlager gefangengehalten wurde. Über sein Leben erschien im Frühjahr die Biografie „Das Glück kam immer zu mir“ (Campus Verlag), die unter anderem sein anfangs überraschend offenes Sexualleben bis in die 1930er Jahre hinein reflektiert, aber auch die mehrfachen Verhaftungen in seiner Heimat und in der Tschechoslowakei. Von 1942 bis zu dessen Befreiung kam er in das KZ Buchenwald bei Weimar. Nach dem Krieg ging Brazda nach Süddeutschland und emigrierte mit seinem Freund nach Frankreich. Zahlreiche Auftritte seit 2008, seitdem er sich der Öffentlichkeit als letzter überlebender Rosa-Winkel-Häftling vorstellte, machten ihn einem breiten Publikum bekannt. Vor wenigen Monate verlieh ihm der französische Präsident Nicolas Sarkozy die höchste Auszeichnung des Landes, den Orden der Ehrenlegion. •mb

Letzter Rosa Winkel tot