[Dresden] Man zitterte im Vorfeld nicht nur vor Kälte. Denn die Finanzierung des CSD Dresden war in Gefahr. Ebenso befürchtete man, dass sich nicht genug Organisatoren zusammenfinden. Doch mit Stolz kann man hinterher sagen: „gut gemacht“. Trotz niedriger Temperaturen und nasser Straßen feierte die Szene sich selbst, tanzte zu Schlager und Pop und erfüllte so manches Klischee. Männer in Frauenkleidern, Lesben in Holzfällerhemden und Opis im Lederkombis, die ihren Sklaven traten. Die bunt geschmückten Wagen der Aidshilfe Dresden, des „Boys“ oder des „Bunker“ zogen an den verdutzen Touristen vorbei von der Neu- in die Altstadt. Sport war der Schwerpunkt in diesem Jahr und es ist an der Zeit, Farbe zu bekennen. Dies gilt nicht nur im Sport, auch in der Politik, wo sich viele Schwule und Lesben hinter ihren Ämtern verstecken. Mut und Vorbildfunktion – Fehlanzeige. Es gibt viele Baustellen in Sachsen. Knappe Gelder bei den Aidshilfen und in den Vereinen. Dennoch sollte der Wille ans Weitermachen da sein. So dass wir auch im nächsten Jahr wieder feiern dürfen. •et

Totgesagte feiern länger